"Absurde Situation"

Warnung ignoriert: Polit-Streit nach Bergrettung am Mont Blanc

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Nach der spektakulären Evakuierung von 32 Bergsteigern am Mont Blanc brennt in den Alpen ein heftiger Streit.
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Der französische Alpenverein stellt die Darstellung des zuständigen Bürgermeisters scharf infrage. Während der Politiker von grober Fahrlässigkeit spricht, betont der Alpenverein, dass die Alpinisten die Steinschlaggefahr im Vorfeld gar nicht ahnen konnten.

Bürgermeister Jean-Marc Peillex hatte die Rettungskommando-Aktion scharf kritisiert und von einer "absurden Situation" gesprochen. Nach seiner Darstellung hätten sich die 32 Alpinisten bewusst über amtliche Warnungen hinweggesetzt und trotz bekannter Steinschlaggefahr den Aufstieg gewagt. Aus diesem Grund lehnte die Gemeinde eine kostenlose Evakuierung ab und verlangte, dass die Bergsteiger die Hubschrauber-Kosten selbst tragen.

Nun meldet sich Charles Van der Elst, der Präsident des französischen Alpenvereins (FFCAM), mit einer klaren Richtigstellung zu Wort. Den Bergsteigern sei absolut kein Vorwurf zu machen, da sie bereits auf dem Weg waren, bevor die offiziellen Warnungen herausgegeben wurden. Erst bei ihrer Ankunft auf der Schutzhütte erhielten sie Kenntnis von der extremen Steinschlaggefahr am Berg.

Bürgermeister keilt im Netz zurück

Alpenvereins-Chef Van der Elst unterstreicht zudem ein Grundprinzip der alpinen Hilfeleistung: Die Bergrettung dürfe NIEMALS davon abhängig gemacht werden, wie eine Person in die Notlage geraten ist. Die Rettung aus Gefahr müsse stets an erster Stelle stehen, unabhängig von Schuldfragen.

Bürgermeister Peillex ließ diese Kritik nicht auf sich sitzen und reagierte umgehend via Social Media. Auf Instagram bezeichnete er die Stellungnahme des Alpenvereins als "sinnlose Kontroverse". Er warf Van der Elst vor, den Bezug zur Realität in den Bergen völlig verloren zu haben und lediglich die theoretische Sichtweise von Stadtbewohnern zu vertreten.

Der Fall wirft grundlegende Fragen zur Kostenübernahme bei Alpinunfällen auf. Gesetzliche Krankenkassen übernehmen Bergekosten meist nur, wenn eine unmittelbare medizinische Notwendigkeit vorliegt – etwa bei Verletzungen nach einem Sturz. Wer aus reinem Gelände-Notfall geborgen werden muss, bleibt ohne Spezialversicherung oft auf Tausenden Euro sitzen. Ein einziger Helikoptereinsatz in den Alpen schlägt im Schnitt mit 3.000 bis 5.000 Euro zu Buche.