Politik-Analyse

Was Kickl wirklich plant

© TZOe Fuhrich
Wie er die FPÖ auf über 40 Prozent bringen & die ÖVP demolieren will.
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Herbert Kickl sagte es im oe24.TV-Sommergespräch offen: In Österreich habe der Aufstieg des Rechtspopulismus bereits vor 40 Jahren mit Jörg Haider gestartet. Er müsse ein Vorbild für andere rechte Politiker sein, nicht umgekehrt.

Und 40 Jahre nachdem der längst verstorbene Haider einst beim Innsbrucker Parteitag zum blauen Obmann gewählt wurde, möchte er dessen Kanzlertraum realisieren und die FPÖ auf über 40 Prozent bringen.

Das will er mit einem Mix - Kickl begleitete einst zunächst Haiders, dann Straches Aufstieg als Polit-Stratege und Wahlkampfmanager hautnah – mit den alten Mitteln und neuen Tricks schaffen.

Herbert Kickl im oe24.TV-Sommergespräch. © -

Dafür dient nicht nur das blaue Leibthema Zuwanderung – aka "Festung Österreich" –, sondern auch wieder der ORF. Dieser polarisiert tatsächlich stark und hat weit über blaue Wählergrenzen hinweg – aus unterschiedlichsten Gründen – viele, sehr viele Kritiker.

Mit einem Volksbegehren zur Abschaffung der unpopulären ORF-Haushaltsabgabe, startet der FPÖ-Boss einen geschickten Zwischenwahlkampf in dem er die anderen Parteien quasi zwingt den ORF zu verteidigen.

Aber: Kickl positioniert die Blauen auch immer stärker zur neuen rechten "Wirtschaftspartei". Seine Signale gehen immer stärker Richtung Industrie, Wirtschaft, Unternehmer und Leistungsträger, die längst von der ÖVP enttäuscht sind.

Retourkutsche für ÖVP-"Fouls" vs FPÖ

Rache. Die ÖVP will er bei der nächsten Wahl ähnlich marginalisieren wie sie die Blauen 2002 einst marginalisiert hatte: Von 27 auf 10 Prozent. Eine späte Rache für 2002 und für seine eigene Abwahl als Innenminister 2019. Und strategisch klar: Zwischen ÖVP und FPÖ gibt es den größten Wähler-Wechselwillen.