Wut-Posting
"Wenn Tradition zum Problem wird": TV-Koch Max Stiegl wehrt sich
Max Stiegl, Betreiber des bekannten "Gut Purbach" im Burgenland, übt auf Instagram deutliche Kritik an der behördlichen Entscheidung. Der Koch, der durch die TV-Sendung "Kitchen Impossible" mit Tim Mälzer bekannt wurde, sieht nicht nur eine wirtschaftliche Frage, sondern auch ein Stück Esskultur in Gefahr.
"Das Tier soll sterben – aber bitte anderswo"
In seinem Posting mit dem Titel "Wenn Tradition zum Problem wird" schildert Stiegl, dass ihm das Schlachten direkt am Hof vorerst untersagt worden sei. Sollte er erneut ein Schwein dort schlachten, drohe ihm laut seiner Darstellung der Entzug der Konzession.
Der Koch betont, dass es ihm nicht darum gehe, das Töten eines Tieres zur Schau zu stellen. Vielmehr wolle er das traditionelle Handwerk danach zeigen: das Brühen, Putzen, Aufbrechen und Zerlegen. Dieses Wissen sei über Generationen weitergegeben worden und drohe zunehmend verloren zu gehen.
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Kritik an unsichtbarer Fleischproduktion
Stiegl wirft der Gesellschaft Widersprüchlichkeit vor: Viele Menschen würden Fleisch essen wollen, den Tod des Tieres davor aber möglichst ausblenden. "Das Tier soll sterben. Aber bitte anderswo", schreibt er.
Für ihn beginnt ein respektvoller Umgang mit einem Tier nicht erst auf dem Teller. Wer die Lebensmittelproduktion vollständig aus dem Blickfeld verbanne, riskiere aus seiner Sicht auch das Bewusstsein für den Wert der konsumierten Lebensmittel und den Verlust handwerklicher Kenntnisse.
Sautanz vorerst mit Änderungen
Besonders bekannt ist Gut Purbach für den traditionellen "Sautanz", der dort im Winter stattfindet. Dabei dreht sich alles um die Verarbeitung eines ganzen Schweins. Wie Stiegl in seinem Posting erklärt, sollen die Schweine bis auf Weiteres bereits am Vortag außerhalb des Hofes geschlachtet werden.
Der Koch betont, weiterhin mit den zuständigen Behörden nach einer Lösung zu suchen. Sein Anliegen sei es, rechtliche Anforderungen, Tierwohl, Tradition und Handwerk miteinander zu vereinbaren. Zum Schluss richtet er einen deutlichen Appell an seine Follower: Es gehe ihm nicht darum, über dem Gesetz zu stehen, sondern darum, dass ein Stück Kultur nicht verloren gehe.