Rettung

"Wiedersehen fürs Leben": Michael trifft seinen Spender Lukas

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Ein kleiner Bub, ein junger Mann – und ein Band, das stärker ist als jede Verwandtschaft. Am Freitag standen sich in Favoriten der siebenjährige Michael und sein Lebensretter Lukas gegenüber.
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Ein Moment voller Dankbarkeit, der zeigen soll: Eine einzige Registrierung kann ein ganzes Leben retten.

Vom Fremden zum Lebensretter

Ein Kind kämpft. 2019 erhält der damals sechsjährige Michael aus Niederösterreich die Diagnose Leukämie. Die Spitalstherapie reicht nicht aus, das Rückfallrisiko ist hoch. Michaels einzige Hoffnung: eine Stammzellspende von einem fremden Menschen, irgendwo da draußen.

Eins zu 500.000: Wie Lukas dem kleinen Michael das Leben rettete

Ein Fremder wird zum Helden. Was Michael damals nicht wissen konnte: Sein Retter hatte sich Jahre zuvor längst bereiterklärt zu helfen. 2018 lässt sich der damals 19-jährige Lukas in Hannover nach einer Schulkampagne als Spender registrieren – ohne zu ahnen, dass er damit eines Tages einem Kind das Leben schenken wird. Ein Jahr später kommt der Anruf, der alles verändert.

Die Spende, die zählt. Nach einem Bluttest zur Bestätigung folgt die eigentliche Spende. Zwei Nächte, ein kleiner Eingriff – und ein Menschenleben ist gerettet. „Minimale Rückenschmerzen danach, und das war's", erinnert sich Lukas bescheiden an einen Moment, der für Michael alles bedeutet.

Die kleine Geste, die ein Kinderleben rettete

Eins zu 500.000. So gering ist laut Peter Kaiser, stellvertretender Generalsekretär des Österreichischen Roten Kreuzes, die Chance auf einen genetischen Treffer zwischen Fremden. Jede einzelne Registrierung ist deshalb ein kleines Wunder – und für viele Leukämiepatientinnen und -patienten die letzte Chance auf Überleben. Die Entnahme selbst ist unkompliziert: ein Verfahren ähnlich einer Blutspende, das maximal sechs Stunden dauert.

Zu viele warten vergeblich. Für rund zehn Prozent der jährlich etwa 400 an Leukämie erkrankten Menschen in Österreich findet sich kein passender Spender. Hinter dieser Zahl stehen Kinder, Eltern, Geschwister – Menschen, die auf einen Menschen wie Lukas warten.

Junges Blut rettet Leben. Besonders junge Spenderinnen und Spender werden gebraucht. „Sie wachsen schneller an, das Immunsystem kommt schneller wieder, die Blutbildung kommt schneller wieder und die Komplikationsrate ist viel geringer", erklärt Christof Jungbauer, medizinischer Leiter der Stammzellenspende beim Roten Kreuz. Die Hürden sind niedrig: mindestens 50 Kilogramm, keine schwerwiegenden Vorerkrankungen, zwischen 16 und 35 Jahre alt.

Fazit: Was für Lukas eine Registrierung an der Schule war, wurde für Michael die Rettung seines Lebens. Wer sich unter www.stammzelle.at registriert, kann selbst zu diesem einen Menschen werden, auf den irgendwo ein Kind wartet.