Riesiges Loch
WM-Blamage – DFB schlittert in Finanzkrise
Der DFB schlittert nach der WM-Blamage in ein tiefes finanzielles Loch, obwohl die früh gescheiterten Profis überhaupt keine Prämien kassieren. Für den Deutschen Fußball-Bund war die Endrunde in Nordamerika damit in jeder Hinsicht ein echtes Turnier zum Vergessen. Schatzmeister Stephan Grunwald hat diesen Sonderposten in der Bilanz allerdings im Vorfeld defensiv geplant, da das Aus im Sechzehntelfinale bereits die Grundlage seiner Berechnungen war.
Vorsorge für den Ernstfall
"Ich habe die Aufgabe, so zu planen, dass auch im schlechten Falle niemand in Panik ausbrechen muss", erklärte Grunwald im Kicker. Weiter führte er aus: "Sportliche Prämien hätte es erst ab dem Achtelfinale gegeben. Ins Plus wären wir erst ab dem Finale gekommen. Das Defizit liegt bei geplanten 9,4 Millionen Euro, wobei wir das Ist-Ergebnis aus Abrechnungsgründen final erst im Herbst benennen können."
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Trainerwechsel bringt zusätzliche Kosten
Die Trennung von Bundestrainer Julian Nagelsmann und seinen Assistenten, die angeblich 6,8 Millionen Euro an Abfindungen kostet, ist in dem dicken Minus der WM-Blamage noch gar nicht enthalten. Grunwald erläuterte dazu: "In dieser Rechnung sind Sondereffekte nicht inkludiert, also Abfindungen für unsere bisherigen Trainer oder mögliche Ablösen für neue." In den aktuellen Kalkulationen muss der Schatzmeister nun zusätzlich das Gehalt für den designierten neuen Bundestrainer Jürgen Klopp, dessen Team sowie eventuelle Ablösesummen einbeziehen. Ins Minus soll der gesamte Verbandsetat deswegen aber nicht rutschen. Nach der Sommerpause wird die neue Hochrechnung zeigen, wie schwer der Trainerwechsel finanziell wiegt. Der Gesamthaushalt ist auf ein Break-Even ausgelegt, da der DFB Projekte bei Bedarf anpassen kann.
Erfolg bringt wichtige Sponsorengelder
Trotz dieser Flexibilität steht der neue Bundestrainer Jürgen Klopp auch mit Blick auf die Finanzen sofort unter Druck. Die Einnahmen durch Partner und Sponsoren hängen in Zukunft extrem stark vom Erfolg der Nationalmannschaft ab. Grunwald betonte deutlich: "Die wirtschaftliche Stabilität des DFB ist und bleibt davon abhängig, ob die Herren-Nationalmannschaft sportlich erfolgreich ist." Jetzt gilt es für den Verband, den Fokus schnell wieder auf die sportlichen Leistungen zu richten, damit die Fans und Partner des DFB wieder Vertrauen fassen können.