Chaos vor Turnier

WM-Streit um den Iran eskaliert völlig

© Anadolu via Getty Images
Der Iran kritisiert das Vorgehen der USA scharf und schaltet nun die FIFA ein.

Anders als alle Nationalspieler werden mehrere Funktionäre des iranischen Fußball-Verbandes laut Medien keine Visa zur Einreise in die USA für die anstehende Weltmeisterschaft erhalten. Zu ihnen zählt demnach auch Verbandspräsident Mehdi Tadsch. Nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim wurde auch dem Teammanager, den Vertretern des Außenministeriums und der Sicherheitsabteilung sowie dem Pressechef der Mannschaft die Einreise verweigert.

Der iranische Verband sprach in einer Mitteilung davon, die US-Regierung habe ihre feindseligen Maßnahmen gegen die iranische Nationalmannschaft fortgesetzt. Die eindeutig politische Entscheidung der Verweigerung von Visa für wichtige Führungskräfte des Teams verstoße klar gegen internationale Regeln, hieß es laut der staatlichen Nachrichtenagentur Irna weiter. Der Verband werde den Fall über die FIFA verfolgen, weil der Weltverband verpflichtet sei, auch die Visa für die Verbandsfunktionäre zu garantieren.

© FIFA

Zwölf abgelehnte Anträge

Die Medien berichteten von insgesamt zwölf abgelehnten Anträgen, aber eine offizielle Bestätigung des Verbandes steht noch aus. Die Betroffenen sollen die Nationalmannschaft dennoch nach Tijuana begleiten, um in Mexiko dann erneut Visaanträge für die USA zu stellen. In der Stadt nahe der Grenze zum US-Bundesstaat Kalifornien wird das Team in der Nacht zum Sonntag erwartet. Zuvor hatten alle Mitglieder der iranischen Mannschaft ihre Visa für die Einreise in Mexiko erhalten und können zur WM aufbrechen. Wie die US-Nachrichtenagentur AP zudem unter Berufung auf nicht genannte US-Offizielle berichtete, sind für Spieler, Trainer und weitere Mitglieder des Mannschaftsstabes auch die Visa zur Einreise in die USA genehmigt worden.

Der Iran befindet sich seit Ende Februar in einem militärischen Konflikt mit den USA. Die Einreise der Nationalmannschaft in die Vereinigten Staaten hatte für Diskussionen gesorgt. Auch deshalb erklärte der iranische Verband Ende Mai, dass er sein Trainingscamp aus dem US-Bundesstaat Arizona ins südlich von San Diego gelegene mexikanische Tijuana verlegen wird. Die iranische Auswahl trifft jeweils in Los Angeles am 16. Juni auf Neuseeland sowie am 21. Juni auf Belgien. Das dritte Vorrundenspiel findet am 27. Juni in Seattle gegen Ägypten statt.