Trump-Eklat
"WM wurde in eine Jauchegrube gezogen"
"Rote Karten werden nicht durch politische Telefonanrufe aufgehoben. Sie werden auf der Grundlage von Regeln, Beweisen und durch unabhängige Gremien revidiert", schrieb der frühere FIFA-Präsident Joseph Blatter auf X. Auch Österreichs Sport-Staatssekretärin Michaela Schmidt fordert Aufklärung.
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"Der Fußball darf niemals zum Spielball politischer Machtinteressen werden", meinte Blatter weiters. Eine dringende Erklärung fordert auch DFB-Präsident Bernd Neuendorf: "Die FIFA sollte sich jetzt rasch zu Berichten erklären, wonach der Entscheidung zur Aussetzung der Roten Karte gegen den amerikanischen Spieler Folarin Balogun ein Telefonat zwischen US-Präsident Donald Trump und FIFA-Präsident Gianni Infantino vorausgegangen sein soll."
Der womöglich künftige deutsche Bundestrainer Jürgen Klopp war schlicht außer sich. "Das ist unser Spiel, nicht deren Spiel", sagte er als MagentaTV-Experte. "Wenn das wirklich Trump und Infantino miteinander ausgemacht haben, das ist verrückt. Das stellt alles infrage", sagte Klopp weiter und meinte: "Diese beiden Menschen, die beide keine Ahnung von Fußball haben, sollten gar nichts damit zu tun haben."
"Weltmeisterschaft in eine Jauchegrube gezogen"
Mit Erstaunen reagierte auch Englands Nationaltrainer Thomas Tuchel: "Ich denke, um ganz klar zu sein, dass es keine Rote Karte war. Aber der VAR war involviert. Drei Leute vom VAR und der Referee haben es gecheckt und hatten die Meinung, dass es eine Rote Karte war. Es wurde also eine Entscheidung getroffen", sagte Tuchel. "Wer kippt diese Entscheidung dann - und wann? Und auf welcher Grundlage? Wie weit geht das jetzt? Es ist einfach seltsam für mich." Belgiens Trainer Rudi Garcia sagte auf einer Pressekonferenz: "Ich wusste nicht, dass bei der FIFA-Weltmeisterschaft der 5. Juli nun der 1. April ist und dass es der Tag der Aprilscherze ist."
Auch die Medien gingen mit Trump und Infantino hart ins Gericht. "Der schamlose Donald Trump und seine unterwürfige Marionette Gianni Infantino haben diese Weltmeisterschaft in eine Jauchegrube gezogen, als sie die Sperre für Folarin Balogun aufgehoben haben", schrieb die "Daily Mail". "Für Infantino ist keine Demütigung zu peinlich, wenn es darum geht, dem Anführer der freien Welt zu schmeicheln" meinte "The Telegraph". Der größte Skandal überhaupt bei einer WM", meinte die spanische "AS".
Sport-Staatssekretärin Schmidt fordert Aufklärung
Auch Österreichs Sport-Staatssekretärin Michaela Schmidt fordert Aufklärung. "Dass der US-Präsident ernsthaft versucht, in das Spielgeschehen einer Fußball-WM einzugreifen, ist schon für sich gesehen absurd. Dass er damit aber auch noch Erfolg hat, ist ein unglaublicher Tabubruch. Regeln müssen für alle gelten, und das Spiel muss auf dem Rasen entschieden werden und nicht im Oval Office", schrieb sie in einer Pressemitteilung an die APA. "Wenn das so weitergeht, wird aus der Fußball-WM eine durchgescriptete Reality-Show, wo schon vor Spielbeginn feststeht, wer wie viel Tore schießt." Es sei an der Zeit, dass sich der europäische Fußball auf die Hinterfüße stelle und für eine integre Führung der FIFA sorge.