Futter-Exzess
Zaun gegen Tauben-Wahnsinn in Floridsdorf
Auslöser für den massiven Ärger ist eine Person aus der Nachbarschaft. Diese meint es mit der Tierliebe offenbar viel zu gut und füttert im angrenzenden Karl-Seidl-Park seit Jahren die Tauben. Das Ausmaß sprengt jedoch jeden normalen Rahmen. Nach Berichten von verzweifelten Anrainerinnen und Anrainern wird das Vogelfutter täglich mit einer Scheibtruhe herbeigeschafft. Dutzende Kilogramm landen so auf den Grünflächen. Der Futternachschub wird laut den Berichten sogar palettenweise mit Lastwagen angeliefert. Als wäre das nicht genug, wird offenbar auch nicht artgerechte Nahrung wie Speck und Hundefutter im Park verteilt. Die Folgen für die Umgebung sind verheerend. Unzählige Tauben belagern die Dächer und verschmutzen Autos mit ihren Ausscheidungen.
Durch das enorme Überangebot an Nahrung angelockt, haben sich in den vergangenen sechs Monaten auch Ratten explosionsartig vermehrt. Die Wiesen im Karl-Seidl-Park sind mittlerweile von zahlreichen Löchern durchsiebt, die direkt zu den unterirdischen Nestern führen. Bei der Bevölkerung wächst die Angst vor unhygienischen Zuständen und gesundheitlichen Gefahren.
Langer Zaun gegen Futter-Exzess
In der vergangenen Woche fand deshalb ein dringender Tauben- und Rattengipfel statt. Dabei berieten der Bezirk und die zuständigen Abteilungen des Magistrats über rasche Lösungen. Erste Maßnahmen wurden bereits ergriffen und sind im Park sichtbar. Die zuständigen Wiener Stadtgärten stellten einen etwa 1,20-Meter-hohen Zaun auf. "Der ist dort auf einer sehr, sehr langen Länge errichtet worden, um eben den Zugang von genau dieser Seite, wo gefüttert wird, zu erschweren“, sagte der Floridsdorfer Bezirksvorsteher Georg Papai (SPÖ) gegenüber Radio Wien. Frühere Versuche mit Rattenboxen zeigten nämlich kaum Wirkung, da die Nagetiere wegen des Futterüberflusses die Köder ignorierten.
Auch interessant
Waste Watcher jagen die Futter-Sünder
Jetzt soll sich das Blatt wenden. Im betroffenen Bereich sind ab sofort verstärkt die Waste Watcher unterwegs. Diese Kontrollorgane der Stadt Wien sollen die Einhaltung der Regeln engmaschig überwachen und bei exorbitantem Füttern sofort strafen. Gleichzeitig wurden wieder vermehrt Boxen mit Rattenködern aufgestellt. Dass diese jetzt besser wirken, liegt auch an der tatkräftigen Mithilfe aus der Nachbarschaft.
Papai erklärt, dass durch engagierte Bewohnerinnen und Bewohner rund um den Leopoldauer Platz, die mithelfen das Futter auch wieder wegzuräumen, die Köderboxen jetzt wieder angenommen werden. Wenn nötig, werden die Maßnahmen künftig weiter adaptiert.