OnlyFans-Stars

Zu sexy: Putin macht jetzt Jagd auf junge Models

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Den OnlyFans-Stars droht sogar Straflager.
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Für russische Erotik-Models wird das Geschäft mit freizügigen Fotos und Videos zunehmend zum Risiko. Während OnlyFans und ähnliche Plattformen lange eine lukrative Einnahmequelle waren, gehen die Behörden inzwischen immer härter gegen Produzenten und Verbreiter pornografischer Inhalte vor. Mehrere Fälle zeigen, dass selbst junge Frauen, die mit ihren Online-Inhalten viel Geld verdienen, ins Visier der Strafverfolger geraten.

Besonders deutlich wird das am Fall der 21-jährigen Sofya Vershinina, die unter dem Künstlernamen "Sonya Marmeladova" auftrat. Die Moskauerin veröffentlichte Inhalte über OnlyFans und Telegram und soll damit erhebliche Einnahmen erzielt haben. Vor Gericht musste sie sich wegen der Herstellung und Verbreitung pornografischer Inhalte verantworten. Die Staatsanwaltschaft forderte zunächst dreieinhalb Jahre Haft. Am Ende kam Vershinina mit einer dreijährigen Bewährungsstrafe davon. Außerdem wurde ihr für drei Jahre die Nutzung des Internets untersagt und ein Teil ihres Vermögens eingezogen.

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Der Fall ist kein Einzelfall. Auch die Influencerin Diana Shurygina wurde wegen des Verdachts der Herstellung und Verbreitung von Pornografie zum Gegenstand eines Strafverfahrens. Ihr Fall sorgte in Russland besonders für Aufmerksamkeit, weil sie bereits Jahre zuvor durch eine viel beachtete Geschichte im staatlichen Fernsehen bekannt geworden war. Auch Anastasia Ovsyannikova, die unter dem Namen "Nastya Kholod" auftritt, geriet wegen ihrer Arbeit mit Erwachsenen-Inhalten ins Visier der Ermittler.

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Das Vorgehen hat System

Hinter den Verfahren steht nicht nur eine einzelne Polizeiaktion. Russland verschärft seit Jahren die Kontrolle über sexuelle Inhalte im Internet. Bereits 2022 wurde Artikel 242 des russischen Strafgesetzbuchs so angepasst, dass die Verbreitung pornografischer Inhalte über das Internet ausdrücklich stärker ins Visier genommen werden konnte. Darunter fallen auch Inhalte, die über Plattformen wie OnlyFans verbreitet werden. Die geltende Fassung sieht bei illegaler Herstellung, Verbreitung oder öffentlicher Vorführung pornografischer Materialien unter anderem Geldstrafen, Zwangsarbeit oder bis zu zwei Jahre Haft vor.

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Gleichzeitig hat sich das digitale Umfeld in Russland massiv verändert. Staatliche Behörden und der Medienaufseher Roskomnadsor gehen verstärkt gegen Internetseiten und Inhalte vor, die als unzulässig eingestuft werden. Russische Plattformen haben große Mengen an Erwachsenen-Inhalten entfernt. Die einst widersprüchliche Situation, in der Pornografie zwar millionenfach konsumiert, ihre Herstellung und Verbreitung aber strafrechtlich verfolgt wurde, wird damit zunehmend zugunsten strengerer Kontrolle aufgelöst.

"Traditionelle Werte" als Begründung

Politisch wird die Verschärfung mit dem Schutz der russischen Gesellschaft und sogenannter "traditioneller Werte" begründet. Präsident Wladimir Putin verabschiedete bereits 2022 eine entsprechende staatliche Strategie, die 2026 nochmals aktualisiert wurde. Darin werden unter anderem Familie, Patriotismus und traditionelle gesellschaftliche Vorstellungen als zentrale Werte des Staates definiert.

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Kritiker sehen darin allerdings weit mehr als einen Kampf gegen Pornografie. Sie warnen vor einem immer stärkeren Zugriff des Staates auf das Privatleben und den persönlichen Ausdruck der Bürger. Die Entwicklung fügt sich in eine größere politische Kampagne ein, in deren Rahmen Russland unter anderem gegen LGBTQ+-Inhalte, unabhängige Medien und andere als "westlich" oder gesellschaftlich unerwünscht eingestufte Inhalte vorgeht.

Für Models wird das Geschäft zum Spiel mit dem Risiko

Für die Erotikbranche bedeutet die Entwicklung eine neue Unsicherheit. Wer Inhalte produziert, veröffentlicht oder über das Internet verkauft, kann sich nicht mehr darauf verlassen, dass die Behörden nur große Studios oder professionelle Pornoproduzenten verfolgen. Die jüngsten Fälle zeigen, dass auch einzelne Influencerinnen und selbstständig arbeitende Models betroffen sein können.

Und der Druck nimmt offenbar weiter zu. Im August 2026 wurde mit Anastasia Bragina eine weitere junge Influencerin festgenommen. Ihr wird unter anderem die Verbreitung pornografischer Inhalte vorgeworfen. Laut Berichten drohen ihr im schlimmsten Fall mehrere Jahre Haft.

Damit verändert sich das Geschäft mit erotischen Online-Inhalten in Russland grundlegend: Was für viele junge Frauen einst als einfacher Weg zu Ruhm und schnellem Geld galt, kann heute eine strafrechtliche Gefahr darstellen. Der Staat setzt dabei zunehmend auf eine Kombination aus Strafverfahren, Internetkontrolle und dem politischen Schlagwort der "traditionellen Werte".