Die Niederlande kämpfen mit sinkenden Buchungszahlen in Ferienparks. Seit Jahresbeginn 2026 gilt für Hotels, Ferienhäuser und andere touristische Unterkünfte ein Mehrwertsteuersatz von 21 statt bisher neun Prozent. Die höheren Kosten schrecken offenbar besonders deutsche Urlauber ab.
Auch interessant
Wie das niederländische Medium NRC berichtet, stehen auf einem Campingplatz in Ootmarsum zahlreiche Mietunterkünfte leer. Betreiber Laurens Heerdink verzeichnet deutlich weniger Buchungen für Ferienhäuser. Während er im Vorjahr noch sieben bis acht Reservierungen deutscher Gäste hatte, sei es heuer bislang nur eine gewesen. Camper mit Wohnmobilen und Zelten kommen dagegen weiterhin.
Betreiber tragen einen Teil der Mehrkosten
Die Steuererhöhung macht sich auch bei den Preisen bemerkbar. Eine Ferienwoche, die bisher 825 Euro kostete, wird laut Bericht um mehr als 70 Euro teurer, wenn die Steuer vollständig weitergegeben wird. Viele Betreiber erhöhen ihre Preise jedoch weniger stark, um Gäste nicht zu verlieren. Den Rest müssen sie selbst tragen.
Der Branchenverband HISWA-RECRON meldete bereits im Frühjahr rückläufige Buchungen. Besonders in Grenzregionen gingen Reservierungen aus Deutschland zurück. Gleichzeitig entscheiden sich Urlauber zunehmend kurzfristig. Die Zahl der Last-Minute-Buchungen steigt.
Die wirtschaftlichen Folgen reichen über die Ferienparks hinaus: Auch Restaurants, Geschäfte und andere lokale Betriebe spüren die Zurückhaltung. Einige Betreiber verschieben deshalb geplante Investitionen und notwendige Wartungsarbeiten.