Die Truppe von Coach Stefan Kenesei erkämpfte sich am Samstag zum Abschluss der Meistergruppe in der Generali Arena gegen St. Pölten in einer verrückten Schlussphase ein 1:1 und hielt den Verfolger zwei Punkte auf Distanz.
Nach zehn Titeln in Folge für die Niederösterreicherinnen durften erstmals die Wienerinnen jubeln, sie sicherten sich nach dem Premieren-Triumph im Cup auch gleich das Double.
Die letzten Minuten der Partie werden noch lange in Erinnerung bleiben. Nach dem vermeintlichen SKN-Siegestreffer durch einen Foulelfmeter von Leila Peneau (98.) feierten die Titelverteidigerinnen schon ausgiebig. Carina Wenninger (101.) gelang mit einem Abstaubertor aber noch der Ausgleich.
Die Austrianerinnen beendeten die Saison ungeschlagen, neben 19 Siegen gab es fünf Remis, vier davon in der Meistergruppe, wodurch überhaupt noch einmal Spannung in den Titelkampf gekommen war. Inklusive Cup ist die Kenesei-Truppe national 29 Pflichtspiele ohne Niederlage.
Leichterer Weg in Champions-League-Quali
Auch europäisch konnten Wenninger und Co. aufzeigen, da war im Women's Europa Cup erst im Viertelfinale Endstation. Kommende Saison soll der Sprung in die Champions League gelingen, durch das Antreten im Meisterweg der Qualifikation ist das durchaus realistisch. St. Pölten muss als Vizemeister in Richtung "Königsklasse" den schweren Gang über den Ligaweg versuchen.
Die Gastgeberinnen waren nicht zum Siegen verdammt, machten aber trotzdem von Beginn an das Spiel. Zweimal kamen sie in der Anfangsphase gefährlich zum Abschluss. Tatjana Weiss setzte einen Kopfball drüber (10.), einen weiteren von ÖFB-Teamspielerin Katharina Schiechtl konnte St. Pöltens Torfrau Carina Schlüter parieren (12.).
In einer sehr zweikampfgeprägten und hart geführten Partie kamen die Niederösterreicherinnen mit Fortdauer etwas besser rein, allerdings ohne Torgefahr zu erzeugen.
Auch nach dem Seitenwechsel geizten beide Teams mit Großchancen. Aus einer Standardsituation kam die Kenesei-Elf dem Führungstreffer nahe, Schlüter wehrte einen Freistoß von Modesta Uka zur Ecke ab (62.). In Minute 65 lag dann erstmals ein Tor von St. Pölten in der Luft. In einer Aktion zweier Wechselspielerinnen scheiterte Ludmila Matavkova nach einem Zuspiel von Fanni Nagy mit einem Schuss an Jasmin Pal (65.). Bei dann teils starkem Regen versuchten SKN-Kapitänin Jennifer Klein und Co. noch einmal alles.
Elfmeterfoul brachte Spannung
Da Schiechtl SKN-Spielerin Nagy im Strafraum bei einem Klärungsversuch voll im Gesicht traf, gab es einerseits die Rote Karte und andererseits Elfmeter. Peneau traf zum siebenten Mal in dieser Saison, die Hoffnung auf den Sieg erfüllte sich aber nicht.
Nach einem Freistoß klärte Pal den Ball als Stürmerin quasi, er kam aber noch einmal gefährlich vor das Tor, wo zuerst Wenninger per Kopf und Kirchberger via Abstauber scheiterten, ehe Wenninger den Ball doch über die Linie drückte. Da es keinen VAR gibt, blieben Reklamationen des SKN wegen möglicher Foulspiele nicht gehört.
Auch interessant
Damit blieb ein Turnaround aus, die Wienerinnen, die nach dem Grunddurchgang schon sechs Punkte vorne waren, verwerteten den zweiten Titel-Matchball und durften jubeln. Auch mit Blick auf die direkten Duelle völlig zurecht. Im Grunddurchgang gab es einen 1:0-Auswärtssieg und 2:1-Heimerfolg, im "oberen Play-off" gab es zweimal keine Tore. Die Austria hatte St. Pölten zudem auswärts im Cup-Achtelfinale mit 2:1 bezwungen.