Familien-Check

Bis zu 970 Euro pro Kind: Studie zeigt Plus für Eltern

16.04.2026

Eine Studie zeigt, dass das Geld für Familien deutlich gestiegen ist. Vor allem Alleinerziehende erhalten durch die Familienbeihilfe und Boni spürbar mehr.

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Die Joanneum Research Forschungsgesellschaft hat im Auftrag des Bundesministeriums für Familien und Jugend das Jahr 2025 analysiert. Das Ergebnis der Untersuchung ist erfreulich: Familien in Österreich erhalten heute real deutlich mehr Unterstützung als noch vor wenigen Jahren. Besonders Haushalte mit geringerem Einkommen und Alleinerziehende stehen finanziell besser da als 2021 oder 2023.

Die Studie macht die Zahlen konkret: Monatlich fließen pro Kind zwischen 425 und 770 Euro an staatlichen Leistungen. Bei Alleinerziehenden kann dieser Betrag sogar auf bis zu 970 Euro klettern. Während Paarhaushalte mit zwei Kindern etwa 1,9 Prozent mehr Geld für Familien erhalten, liegt das Plus bei Alleinerziehenden sogar bei rund sechs Prozent. Vor allem Haushalte mit einem Bruttoeinkommen bis 3.000 Euro profitieren. Damit soll Kinderarmut verhindert werden.

Reformen zeigen volle Wirkung

Verantwortlich für das Plus sind mehrere Maßnahmen. Neben der Valorisierung der Leistungen sorgten Anpassungen beim Familienbonus Plus, dem Kindermehrbetrag und dem Schulstartpaket für höhere Beträge. Auch der neue Kinderzuschlag und Änderungen bei der Studienbeihilfe spielen eine wichtige Rolle. Familienministerin Claudia Bauer sieht darin ein starkes Fundament der Familienpolitik, gibt aber zu bedenken, dass Geld allein nicht alle demografischen Probleme löst.

Drohende Verluste ab heuer

Trotz der positiven Bilanz gibt es einen Wermutstropfen für die Zukunft. Ab heuer drohen aber finanzielle Einbußen, da die Valorisierung der Familienbeihilfe ausgesetzt wird, wie das Portal "finanz.at" berichtet. Da die automatische Anpassung an die Inflation fehlt, werden Familien zukünftig real weniger Geld für Familien zur Verfügung haben.

Komplexes System aus Förderungen

Wer den vollen Anspruch ausschöpfen will, muss oft Eigeninitiative zeigen. Laut Studie besteht das österreichische System aus rund 300 verschiedenen Leistungen auf Bundes-, Landes- und Gemeindeebene. Viele dieser Förderungen müssen jedoch aktiv beantragt werden. Wie viele Eltern tatsächlich alle ihnen zustehenden Gelder abrufen, lässt sich laut Experten nur schwer messen.