Haushaltsausgaben
Kosten für Wohnen und Energie um 40% gestiegen: In nur 5 Jahren
04.03.2026Die Statistik Austria erhebt alle fünf Jahre die Ausgaben der österreichischen Haushalte. Darin zeigen sich, welche Kosten explodiert sind. Insgesamt sind die Ausgaben aber mit der Inflation und den Löhnen gewachsen.
Die durchschnittlichen monatlichen Verbrauchsausgaben privater Haushalte in Österreich liegen laut der Konsumerhebung 2024/25 der Statistik Austria bei rund 4.170 Euro. Die Äquivalenzausgaben, also die Pro-Kopf-Ausgaben eines Haushalts, betragen rund 2.760 Euro pro Monat.
Wohnen und Energie kosten am meisten
Mit mehr als einem Viertel entfällt der größte Anteil der monatlichen Verbrauchsaugaben privater Haushalte in Österreich auf den Bereich Wohnen und Energie. In Single-Haushalten (in fast 40% der Haushalte lebt nur eine Person), entfallen sogar rund ein Drittel der Ausgaben auf Wohnen und Energie.
Im Vergleich zur Haushaltserhebung vor fünf Jahren sind die Kosten für Wohnen und Energie um 40% gestiegen. 2019 gab man im Schnitt 791 Euro pro Haushalt für den Posten Energie und Wohnen aus. 2024 waren es 1.100 Euro, also 309 Euro mehr.
Die durchschnittliche Haushaltsgröße beträgt in Österreich 2,17 Personen/Haushalt. Es gibt rund 4,2 Mio. Haushalte im Land - davon sind
- 38,8 % … Haushalte mit 1 Person
- 30,4 % … Haushalte mit 2 Personen
- 14,0 % … Haushalte mit 3 Personen
- 16,9 % … Haushalte mit 4 oder mehr Personen
An zweiter Stelle der Ausgaben stehen mit 13,6 % Ausgaben für Verkehr. "Beinahe gleichauf liegen die Anteile für Ernährung und alkoholfreie Getränke mit 11,6 % sowie für Freizeit, Sport und Kultur mit 11,4 %“, sagt Manuela Lenk, fachstatistische Generaldirektorin von Statistik Austria. Sie bedankt sich ausdrücklich bei den rund 7.000 zufällig, nach statistisch relevanten Fakten ausgewählten Haushalten, die ein Jahr lang ihre Ausgaben protokolliert haben.
Unter der 10 %-Marke bewegen sich die Ausgabenanteile für Konsumation in der Gastronomie (6,6 %), Wohnungsausstattung (6,2 %), Gesundheit (4,8 %), Versicherungen, Finanzdienstleistungen (4,7 %), andere Waren und Dienstleistungen (4,5 %) sowie für Bekleidung, Schuhe (4,2 %).
Die geringsten Anteile an den Verbrauchsausgaben haben Kommunikation, Information (2,8 %), alkoholische Getränke, Tabak (2,2 %) und Bildung (1,1 %).
In der Studie zeigt sich, welche Kosten explodiert sind: Nämlich Energie und Wohnen. Die Kosten für Lebensmittel blieben annähernd gleich (Zuwachs entsprechend allgemeiner Inflation und Lohnsteigerung). Allerdings könnten viele dabei auf günstigere Produkte umgestiegen sein.
Insgesamt sind die Ausgaben mit der Inflation und den Löhnen gewachsen. Die Haushaltsausgaben legten um 28,3% zu.
Zum Vergleich: In diesem Zeitraum sind die Preise laut Verbraucherpreisindex (VPI) um 26,9 % gestiegen, die kollektivvertraglichen Mindestlöhne laut Tariflohnindex (TLI) um 26,2 %.