Wegen Sachbeschädigung und schwerer Sachbeschädigung standen am Mittwoch, dem zweiten Prozesstag, elf von insgesamt 50 Klimaklebern vor Gericht. Das Urteil: Acht Geldstrafen, zwei Diversionen
Wien. Unter großem Medieninteresse und erhöhten Sicherheitsvorkehrungen ist am Mittwoch am Wiener Straflandesgericht das Verfahren gegen elf ehemalige Aktivistinnen und Aktivisten der Klimaschutzbewegung "Letzte Generation" fortgesetzt worden. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen im Zusammenhang mit einer Blockade auf der Süd Autobahn (A2) in Niederösterreich am 20. November 2023, die damals für große Aufmerksamkeit gesorgt hatte, Sachbeschädigung und schwere Sachbeschädigung vor.
- Wohnung in Flammen: Bewohner flüchtete aufs Dach
- Feuer in Wohnung forderte zwei Schwerverletzte
- Bub (11) fand Munition und Handgranate
Auf Höhe der SCS auf der Südautobahn haben Aktivistinnen und Aktivsten am 20. November 2023 den Verkehr gestoppt.
Schaden: 20.000 Euro
Die Aktivistinnen und Aktivisten hatten sich an jenem Tag bei Traiskirchen, Vösendorf und Wiener Neudorf in Richtung Wien mit einer Sandsuperklebermischung - sogenannten "Mumienhänden" - auf der Fahrbahn festbetoniert. Die Anklagebehörde sieht darin eine Beschädigung kritischer Infrastruktur sowie eine "abstrakte Gefährdung des öffentlichen Verkehrs". "Versuche, sie mit einem Lösungsmittel von der Fahrbahn zu entfernen, brachten keinen Erfolg", sagte die Staatsanwältin. Die Feuerwehren Wiener Neudorf und Traiskirchen haben die Angeklagten letztlich von der Fahrbahn stemmen müssen. Die Asfinag habe die Fahrbahn erneuern müssen. Die Staatsanwaltschaft verwies auf eine Schadenssumme von 20.000 Euro sowie Einsatzkosten in der Höhe von 5.000 Euro.
Auf Höhe der SCS auf der Südautobahn haben Aktivistinnen und Aktivsten am 20. November 2023 den Verkehr gestoppt.
"Was wiegt schwerer - eine zeitlich begrenzte Verkehrsbehinderung oder irreversible klimatische Schäden, die ganze Lebensgrundlagen zerstören?", fragte Verteidiger Paul Kessler am Mittwoch in seinem Plädoyer. Die Verteidigung verwies zudem auf "achtenswerte Beweggründe" als Motiv für die Beschädigungen.
"Wie kann es sein, dass Menschen für Sitzblockaden härter bestraft werden als für die Zerstörung unserer Lebensgrundlagen? Wenn wir sehen, dass Politiker*innen versagen, müssen wir als Gesellschaft handeln", so einer der Angeklagten - der 41-jährige Familienvater Florian Pennetzdorfer - in einer Aussendung der Letzten Generation.