Das Kammermusikfestival Allegro Vivo im Waldviertel steht heuer unter dem Leitthema "On Stage“. Bei der 48. Auflage, die von 7. August bis 20. September stattfindet, werden 55 Konzerte an 28 historischen Spielorten gespielt.
Im diesjährigen Programm werden musikalische Verbindungen zwischen Süd- und Mitteleuropa hergestellt, wobei der Fokus auf Italien, dem Balkan und Österreich liegt. „Wir setzen unseren Zyklus der Begegnung fort, weil wir der Überzeugung sind, Kultur lebt von Begegnung“, hebt Vahid Khadem-Missagh, künstlerischer Leiter von Allegro Vivo hervor.
Das Festival startet mit Ottorino Respighis „Antiche Danze ed Arie“, das dem historischen Italien eine musikalische Reverenz erweisen soll. Die Reigen werden mit barocker Eleganz und farbenreicher Orchestrierung eröffnet.
Ein Höhepunkt ist die Uraufführung des Doppelkonzerts für Violine, Gitarre und Streichorchester von Tristan Schulze. Das Werk wird vom künstlerischen Leiter Vahid Khadem-Missagh (Violine) und Alexander Swete (Gitarre) interpretiert. Gemeinsam verleihen sie dem neuen Stück seine erste öffentliche Klanggestalt. Mit Peter Iljitsch Tschaikowskys „Souvenir de Florence“ steht eines der berühmtesten musikalischen Bekenntnisse zu Italien auf dem Programm.
Klassik, Pop und Balkan-Rhythmen
Zu den Spielorten zählt u.a. die Stiftsbibliothek Altenburg, in der Elisabeth Leonskaja Stücke von Franz Schubert und Johannes Brahms interpretiert. Lilya Zilberstein widmet sich Werken von Tartini und Geminiani sowie Raritäten von Mahler und Pejačević. In der dritten Festivalwoche werden Respighis „Il tramonto" mit der Sopranistin Malin Hartelius sowie Klavierkammermusik von Brahms zu hören sein. Den Abschluss bildet ein hochkarätig besetztes Konzert mit Werken von Wolf-Ferrari, Mozart und Dvorak mit Kammersänger Wolfgang Bankl. Das Ensemble „Uwaga!“ verbindet unterschiedliche Musikwelten aus den Bereichen Klassik, Jazz, Pop und Balkan. In der Reihe „Solo on stage“ treten zudem Roland Batik und Jelena Popržan auf. Beim Galakonzert „La notte Italiana“ mit Vahid Khadem-Missagh und dem Residenzorchester Academia Allegro Vivo werden große italienische Opernkomponisten von Rossini bis Puccini sowie Paganini und Nino Rota gefeiert. "Wir haben in unserem heurigen Programm auch die Scheinwerfer Richtung Publikum gerichtet, da das Publikum ein ganz wichtiger Bestandteil in diesem Austausch zwischen Musikerinnen und Musikern ist“, sagt Nikolaus Straka, Geschäftsführer von Allegro Vivo.
Festival verbindet Musik, Literatur und Frieden
Beim Festival spielt auch Literatur eine Rolle. Im Rahmen des Zyklus „Musik und Wort“ trägt Elisabeth Eschwe Texte aus den Quellen der Hochreligionen vor. Begleitet wird sie dabei von Mario Caroli (Flöte) und Luca Ferrini (Cembalo) mit Werken slowenisch-italienischer Barockmeister. Zudem soll das Abschlusswochenende im Zeichen des Friedens stehen. Zunächst erklingt Arvo Pärts eindringlicher Friedensgruß „Da pacem domine“, anschließend Mozarts Violinkonzert A-Dur mit Vahid Khadem-Missagh als Solisten. Den festlichen Abschluss bildet Mendelssohns 4. Sinfonie „Italienische“, die von Goethes „Italienischer Reise“ inspiriert wurde.