Tanken immer teurer

Mega-Wirbel um Spritpreise: DAS sagt Wifo-Chef zu Eingriff

09.03.2026

Spritpreis ist "sehr politischer Preis" und beeinflusst Inflation.

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© APA/ROLAND SCHLAGER
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Die Ölpreise sind in der Nacht auf Montag weiter angestiegen. Der Preis für ein Fass Brent-Rohöl legte um bis zu 29 Prozent auf fast 120 Dollar zu, am Vormittag ging er wieder auf knapp 100 Dollar zurück. Das dürfte sich auch auf die Spritpreise auswirken, seit dem Ausbruch des Iran-Krieges sind die Preise an den Zapfsäulen spürbar nach oben gegangen. Die Regierung prüft die Preissteigerungen derzeit. Für einen Eingriff ist es laut Wifo-Chef Gabriel Felbermayr noch zu früh.

"Ich denke, es müssten die Preise nochmal deutlich stärker steigen, als das schon der Fall ist, dass so etwas gerechtfertigt wäre", sagte der Leiter des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo) am Sonntagabend in der ORF-Sendung "Das Gespräch". Zwei Euro pro Liter Diesel seien aus seiner Sicht noch nicht genug für einen Eingriff, "aber danach wird es wahrscheinlich relativ schnell kritisch", so Felbermayr weiter.

Am gestrigen Sonntag kostete ein Liter Diesel im Schnitt 1,894 Euro, für Super mussten 1,689 Euro an der Zapfsäule gezahlt werden. Die E-Control erhebt die Spritpreise einmal täglich in der Früh für den Vortag.

Spritpreis ist politischer Preis und beeinflusst Inflation

Generell sei der Spritpreis "ein sehr politischer Preis", der auch stark auf die Inflationsentwicklung wirke. IHS-Chef Holger Bonin rechnete bereits am vergangenen Freitag in der "ZIB2" - das war noch vor dem weiteren Anstieg des Ölpreises - damit, dass die Preisentwicklung beim Treibstoff die Inflation jedenfalls um 0,4 Prozentpunkte erhöhen werde. Im Februar betrug die Inflationsrate in Österreich laut vorläufiger Prognose der Statistik Austria rund 2,2 Prozent.

Im Hinblick darauf könnten Eingriffe in die Spritpreise notwendig werden. "Wenn wir eines gelernt haben 2022 bzw. 2023, dann ist das, dass wir das Durchrauschen-Lassen der Inflation nicht wieder machen sollten", so Felbermayr.

Die Frage sei jedoch, wie genau eingegriffen werden soll. "Da wird man scharf nachdenken müssen". Aus anderen Ländern gebe es Beispiele, welche Eingriffe nicht funktioniert haben: Der Tankrabatt in Deutschland mittels Senkung der Mineralölsteuer sei bereits nach wenigen Monaten nicht mehr für den Staat leistbar gewesen, die Preiseingriffe direkt an den Zapfsäulen in Ungarn hätten wiederum zu langen Warteschlangen an den Tankstellen geführt. Die Regierung prüft aktuell die Preissteigerungen an den Tankstellen. Von den Autofahrerklubs ÖAMTC und ARBÖ wurden vergangene Woche bereits Rufe nach Preiseingriffen laut.

Konjunkturprognose könnte revidiert werden

Wegen des Iran-Kriegs und des rasanten Öl- und Gaspreisanstiegs könnte auch die für 10. April angekündigte Konjunkturprognose des Wifo und des IHS revidiert werden müssen. Die Ökonomen des Wifo gingen in ihrer letzten Prognose im Dezember 2025 für 2026 von einem Wirtschaftswachstum von 1,2 Prozent und für 2027 von einem Plus von 1,4 Prozent aus.

Die Volkswirte nahmen in ihrer damaligen Prognose für das Gesamtjahr 2026 einen durchschnittlichen Brent-Rohölpreis von 62 Dollar pro Barrel an und einen TTF-Erdgaspreis von 29 Euro je MWh an. Zum Vergleich: Der europäische Gas-Future für eine Lieferung im April notierte am Montagvormittag bei 60,80 Euro (+14 Prozent). Der Brent-Ölpreis lag Montagmittag bei 104 Dollar.

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