Sanierungsverfahren
Millionenpleite: Steirische Gastro-Firma insolvent
27.04.2026Die steirische Fürgast Betriebsgastronomie GmbH in Seiersberg-Pirka südlich von Graz ist mit rund 4 Mio. Euro überschuldet und hat Insolvenz beantragt.
Betroffen sind rund 100 Gläubiger und etwa 50 Beschäftigte. Eine Fortführung des Betriebs - Restaurant, Hotellerie, Betreuung von Werkskantinen und Automatenbestückung - wird angestrebt. Ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung wird eröffnet, wie die Kreditschutzverbände AKV, Creditreform und KSV am Montag mitteilten.
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Das 2016 gegründete Unternehmen hatte mit dem Betrieb von Werkskantinen begonnen. 2021 startete der Bau eines Vier-Sterne-Hotels in Grambach bei Graz, welches neben 52 Zimmern auch Seminarräumlichkeiten und ein Restaurant ("Das Grambacher") umfasst. Laut Eigenantrag von Fürgast sei die Insolvenz unter anderem auf ein unvorhersehbares Ansteigen der Baukosten des Hotels bei gleichzeitigem Anstieg der Fremdfinanzierungskosten zurückzuführen. Hinzu kamen Schadensfälle aus Diebstahl und einem Einbruch, bei denen in Summe Schäden von 0,2 Mio. Euro entstanden. Weiters wurden gestiegene Personalkosten und schlechter werdende Deckungsbeiträge bei den Werkskantinen sowie geringere Frequenzen im Betrieb durch Straßenbau in der Umgebung als Gründe angeführt.
Überschuldung von rund 4 Mio. Euro
Die Passiva belaufen sich auf rund 11,4 Mio. Euro. Die Aktiva sollen rund 7,4 Mio. Euro betragen, woraus sich eine Überschuldung von rund 4 Mio. Euro ergibt. Fürgast strebt eine Fortführung an, da jeder der vier Teilbereiche einen positiven Deckungsbeitrag habe, sodass die Fortführung zu Überschüssen führe. Den Gläubigern wird ein Sanierungsplan von 20 Prozent zahlbar innerhalb von zwei Jahren ab Annahme des Sanierungsplans angeboten.