Irland-Krise

Österreich haftet für bis zu 12 Milliarden

21.11.2010

Österreich beteiligt sich am EU-Schutzschirm für Irland.

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© TZ ÖSTERREICH/Hausler
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Laut Verteilungsschlüssel muss Österreich mit Haftungen für Irland-Rettung geradestehen.

Der Schutzschirm für das finanziell marode Irland ist organisiert wie eine Firma. Es wird von der Europäischen Zentralbank (EZB) eine Gesellschaft gegründet, die Anleihen ausgibt. Jedes Mitgliedsland muss diese zeichnen. Die Höhe wird im sogenannten EZB-Schlüssel festgelegt und beträgt für Österreich 2,78 Prozent. Fazit: Mit rund 12 Mrd. Euro wird Österreich für Irland haften. Ein Sprecher von Finanzminister Josef Pröll bestätigt, dass es sogar eine Ermächtigung über 15 Mrd. Euro gibt. Aber: Das Geld fließt nicht real.

Es geht um viel.
Österreich muss vor allem die heimischen Banken entlasten. Denn: Die österreichischen Banken haben ihr finanzielles Engagement in Irland seit Ende September 2009 von 6,8 Mrd. Euro zwar auf 3,4 Mrd. Euro verringert – ein Verlust würde dennoch schmerzen. Auch die ÖBB sind mit einer dreistelligen Millionensumme über Cross-Border-Leasinggeschäfte in Irland engagiert.

Unterdessen spart Finanzminister Pröll in ÖSTERREICH nicht mit Kritik: „Das sind die Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise, die jetzt als Schuldenkrise in Staaten wie Irland durchschlagen. Vielleicht dämmert manchen in Österreich jetzt, dass wir hier nicht ungebremst Schulden machen können. Diese Wahrheit ist auch der SPÖ zumutbar.“

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