SARS-CoV-2 Varianten

Südafrika-, Großbritannien- und Kalifornien-Mutation: Die Unterschiede

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Das SARS-CoV-2-Virus entwickelt immer mehr Mutationen, die sich rund um die Welt verbreiten.
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Da es sich bei Covid19 um ein Virus handelt, war vorhersehbar, dass sich dessen ursprüngliche Form verändert und Mutationen in Umlauf geraten. Viren sind allgemein infektiöse organische Strukturen, die ihre Replikation selbst steuern können und fähig zur Evolution sind. Sie können ständig ihr Erbgut verändern, um sich an ihre Umwelt anzupassen und damit ihr Fortbestehen zu sichern. Die meisten Mutationen entstehen allerdings bei der Vervielfältigung im Organismus, da dabei das Genom des Virus kopiert wird und „Kopierfehler“ entstehen können, durch die es zu Änderungen im Erbgut kommt.

Schätzungen zu Folge gibt es bereits über 300.000 verschiedene Mutationen des Corona-Virus. Eine Mutation wird allerdings erst dann zu einem gefährlichen Problem, wenn diese einen Trumpf gegenüber anderen Virusformen, einen sogenannten selektiven Vorteil, ausbildet und sich dadurch schneller verbreiten kann und/oder schwerer bekämpfen lässt.

Mutation aus Großbritannien

Eine sich immer weiter verbreitende Mutation des Corona Virus ist die aus Großbritannien stammende Virus Variante B.1.1.7, auch als VOC-202012/01 bezeichnet. Bei dieser Variante gibt es im Vergleich zum SARS-CoV-2 21 Mutationen. Es verbreitete sich die These, dass diese Mutation deutlich infektiöser wäre, als das SARS-CoV-2. Während an der Oxford University bei Untersuchungen keine Unterschiede in der Virenlast oder der Schwere der Erkrankung festgestellt werden konnten (Ergebnisse wurden noch nicht von unabhängigen Forschern beurteilt), geht die österreichische Virologin Elisabeth Puchhammer-Stöckl, genauso wie viele britische Experten, davon aus, dass die Virus-Variante B.1.1.7 weitaus ansteckender ist.

Mutation aus Brasilien

Bereits im vergangenen Jahr infizierten sich knapp drei Viertel der Bevölkerung Manaus, der Hauptstadt des Bundestaats Amazones in Brasilien, mit SARS-CoV-2. Nachdem man dadurch zunächst auf Herdenimmunität gehofft hatte, stiegen die Infektionszahlen erneut. Der Grund ist die Mutation P.1, auch als B.1.1.248 bezeichnet, die bei Untersuchungen in mehr als 40% der Proben aus Manaus gefunden wurde. Bislang ist nicht bekannt, ob die Zahlen steigen, weil die Mutation infektiöser ist, oder weil die gebildeten Antikörper gegen Covid19 nicht gegen P.1 wirksam sind.

Mutation aus Afrika

Auch in Afrika wurde bereits eine Variante mit selektivem Vorteil in Testproben gefunden. Diese läuft unter den Namen 501Y.V2 und B.1.351 und sei laut Experten äußerst besorgniserregend, da sie sich nach aktuellem Stand leichter übertragen soll und sich dadurch schneller verbreiten kann als das ursprüngliche Virus. Der Grund für diese Annahme ist eine Mutation des Spikeproteins, durch die die Viruszellen besser an den Körperzellen des Menschen andocken können.

Mutation aus Kalifornien

Die im Dezember erstmals in Kalifornien entdeckte Variante, die Forscher «B.1.427/B.1.429» genannt haben, sei ersten Erkenntnissen zufolge wahrscheinlich ansteckender als das Ausgangsvirus, berichteten mehrere US-Medien am Mittwoch unter Berufung auf Wissenschaftler. Die Variante sei auch schon in anderen US-Bundesstaaten und Ländern weltweit entdeckt worden, habe sich aber nach bisherigen Erkenntnissen bislang vor allem in Kalifornien ausgebreitet. Die Kalifornien-Variante breitet sich Experten zufolge ähnlich schnell aus wie die Briten-Variante und ist dem Virus auch bezüglich Aufbau ähnlich.

Impfung auch gegen Mutationen wirksam?

Der Pfizer-Impfstoff gegen SARS-CoV-2 wurde bereits in Bezug auf die Wirksamkeit gegen Mutationen getestet. Dabei wurden 16 Varianten des Virus untersucht, unter anderem auch B.1.1.7, und die Tests ergaben Effizienz gegen all diese Mutationen. Auch der Impfstoff des Herstellers Moderna soll aufgrund vorhandener Daten gegen die neuen Mutationen schützen, wobei noch weitere Tests vorgesehen sein sollen. Der Impfstoff von AstraZeneca steht erst kurz vor der Zulassung und soll erneut im Labor überarbeitet werden, um gezielt gegen die Virus-Varianten zu wirken.