Auch Lautsprecher & YouTube-App betroffen

Sonos erwirkt Verkaufsstopp für Google-Handy

14.05.2021

Einstweilige Verfügung in Patentstreit - Pixel 4a, Nest Audio und YouTube-Music-App betroffen.

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© APA/AFP/JOHANNES EISELE
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Im Patentstreit zwischen Sonos und Google  rückt Deutschland in den Mittelpunkt. Der US-Lautsprecher-Anbieter erzielte vor einem deutschen Gericht eine einstweilige Verfügung gegen Google Irland. Mit der Verfügung werde der Verkauf von Produkten mit der Übertragungstechnologie Google Cast untersagt, sagte Chefjustiziar Eddie Lazarus. Dazu gehörten unter anderem das Smartphone Pixel 4a, der Lautsprecher Nest Audio  sowie die App YouTube Music .

Google teilte in einer ersten Reaktion mit, man sei in Berufung gegangen und warte auf die Begründung des Gerichtsurteils. "Wir sind enttäuscht, dass Sonos falsche Angaben über unsere Partnerschaft und Technologie gemacht hat." Aktuell werden das Smartphone und die Lautsprecher weiter zum Kauf in Googles deutschem Online-Shop angeboten.

Wiedergabe-Technologie

Google Cast ist eine Technologie zum Abspielen von Audio und Video aus dem Internet auf verschiedenen Geräten. Sonos  wirft Google vor, unter anderem mit der Software mehrere Patente der Firma zu verletzen. Google konterte mit eigenen Vorwürfen.

Eine weitere wichtige Entscheidung folgt bis Mitte August in den USA, wo die Handelsbehörde ITC auf Sonos-Antrag über ein Einfuhrverbot entscheiden will. Bei den Patenten vor der ITC geht es unter anderem um Technologie für die synchrone Wiedergabe von Inhalten auf mehreren Geräten sowie zur Lautstärke-Regelung.

Sonos allgemein im Aufwind

Sonos sieht sich unterdessen im Aufwind unter anderem durch die Folgen der Coronapandemie. Im ersten Quartal stieg der Umsatz im Jahresvergleich um 90 Prozent auf knapp 333 Millionen Dollar (274,8 Mio. Euro), wie Sonos mitteilte. Unterm Strich gab es einen Gewinn von 17,2 Mio. Dollar, nach 52,3 Mio. Dollar Verlust ein Jahr zuvor. Mit der Popularität von Streaming-Diensten und der schnellen Video-Veröffentlichung von Filmen seien mehr Verbraucher an Heimkino-Sound interessiert, betonte Sonos-Chef Patrick Spence. Außerdem trage zum Geschäft bei, dass mehr Menschen dauerhaft von Zuhause arbeiten können.
 

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