Keine Rechte

Geheime KI-Klausel bei „Let’s Dance“ enthüllt

26.05.2026

Hinter den Kulissen der glamourösen RTL-Show „Let’s Dance“ sorgt ein brisanter Vertragsfund für Wirbel, demzufolge die prominenten Kandidaten weitreichende Rechte an ihrer digitalen Identität für künstliche Intelligenz abtreten müssen. 

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© Getty Images
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Am kommenden Freitag rittern Milano (27), Joel Mattli (32) und Anna-Carina Woitschack (33) auf dem RTL-Parkett um die begehrte Tanzkrone. Während das Publikum auf das gewohnte Pointen-Feuerwerk, Tränen und echte Emotionen wartet, wirft ein brisanter Blick hinter die Kulissen der Show ganz andere Fragen auf. Verträge, die BILD vorliegen, enthüllen weitreichende Klauseln zur Nutzung künstlicher Intelligenz.

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Wer bei der Erfolgsshow unterschreibt, gibt laut den Vertragsunterlagen praktisch alles aus der Hand, was während der gesamten Produktion aufgezeichnet wird. Das betrifft keineswegs nur das Gesicht und die Stimme der Prominenten: Auch Mimik, Gestik, Emotionen, Interview-Sequenzen, verschwitzte Trainingsminuten und handfeste Streitereien abseits der Kameras dürfen künftig für KI-Systeme herangezogen werden. Selbst Rohmaterial, das im linearen Fernsehen nie ausgestrahlt wird, wandert direkt in die Archive zur datenbasierten Analyse. 

 


 

Ganze Promis aus dem Rechner 

Die Klauseln gehen ins Detail. Demnach ist es der Produktion ausdrücklich gestattet, Bild-, Ton- und Sprachmaterial der prominenten Kandidaten mittels KI-Technologien umfassend zu bearbeiten. Explizit angeführt sind hierbei etwa Modifikationen der Stimme oder die Anpassung von Lippenbewegungen. Von klassischen Deepfakes oder vollkommen eigenständigen KI-Klonen wird im Text zwar nicht direkt gesprochen, doch die juristischen Formulierungen sind bewusst so elastisch gehalten, dass auch zukünftige technologische Meilensteine automatisch von den eingeräumten Rechten abgedeckt werden.

© RTL / Stefan Gregorowius
 

Ein besonders schwerwiegender Punkt: Das Papier sichert dem Sender diese Nutzungsrechte weltweit und zeitlich unlimitiert. Da auch unveröffentlichte Szenen verwertet werden dürfen, bleibt kein einziger Moment im Studio unbeobachtet oder ungenutzt. Die Aufnahmen dienen künftig als Futter für die KI-Entwicklung und großflächige Datenanalysen. 

Die totale Optimierung des Reality-TVs

Hinter den technischen Spitzfindigkeiten steckt ein kalkuliertes Geschäftsmodell. Die Produktion sichert sich das Recht, präzise auszuwerten, welche emotionalen Trigger – seien es Tränen, handfeste Konflikte oder psychische Zusammenbrüche – beim Publikum am besten verfangen. Mittels dieser Datenanalysen kann das Format noch schneller und zielgerichteter auf die Wünsche der Fans zugeschnitten werden.

© RTL / Stefan Gregorowius

Technisch eröffnen sich damit mittelfristig völlig neue Dimensionen: Stimmen könnten täuschend echt imitiert, Gesichter detailgetreu digital nachgebaut und Bewegungsabläufe am Computer reproduziert werden. In weiterer Folge stünde der Kreation virtueller TV-Avatare oder digitaler Doppelgänger der Stars nichts mehr im Wege. Diese könnten dann für Trailer, Social-Media-Kampagnen oder gar internationale Ableger des Formats eingesetzt werden – ohne dass die echten Promis dafür noch einmal einen Fuß ins Studio setzen oder extra honoriert werden müssten.

Bares nur für den Tanz, die KI gibt es gratis dazu

Besonders pikant ist die finanzielle Komponente dieses Deals. Zwar sind die Gagen im Spitzenfeld der Show durchaus stattlich – nach Informationen des Blattes bewegen sich die Standard-Honorare je nach Prominenten-Status meist zwischen 50.000 und 70.000 Euro, während absolute Ausnahmen wie Anna Ermakova sogar rund 200.000 Euro eingestreift haben sollen –, eine zusätzliche Vergütung für die Freigabe zur KI-Verwertung sucht man in den Verträgen jedoch vergeblich. Die Stars treten hier also Rechte ab, deren wirtschaftlicher Wert in der Zukunft heute noch überhaupt nicht seriös abgeschätzt werden kann. Der Sender wollte dazu keine Auskunft geben.