Filmfestspiele
Cannes: Goldene Palme für "Fjord" von Cristian Mungiu
24.05.2026Filmakademie Wien Absolventin Valeska Grisebach für "Das geträumte Abenteuer" mit Preis der Jury ausgezeichnet - Keine Ehrungen für Marie Kreutzers "Gentle Monster"
Die Goldene Palme der Filmfestspiele Cannes geht heuer an den rumänischen Regisseur Cristian Mungiu für seinen Film "Fjord". Weiters wurde die Filmakademie Wien Alumna Valeska Grisebach für ihren Film "Das geträumte Abenteuer" mit dem Preis der Jury ausgezeichnet. Die Steirerin Sandra Wollner gewann mit "Everytime" die Sektion Certain Regard. Keine Ehrungen gab es indes für den österreichischen Wettbewerbsbeitrag "Gentle Monster" von Marie Kreutzer.
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Mungius "Fjord" setzte sich gegen 21 andere Wettbewerbsfilme durch und ist damit bereits die zweite Goldene Palme für den rumänischen Regisseur. 2007 hatte sein Film "4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage" die Auszeichnung erhalten. Mit "Fjord" gelang ihm ein moralisch vielschichtiges Drama über Familie, Erziehung und kulturelle Konflikte. Sebastian Stan und Renate Reinsve spielen ein streng religiöses rumänisch-norwegisches Ehepaar, das mit seinen fünf Kindern in ein abgelegenes norwegisches Dorf zieht. Als bei ihrer Tochter Verletzungen festgestellt werden, geraten die Eltern unter Verdacht, ihr Kind körperlich misshandelt zu haben. "Fjord" erzählt den Konflikt zwischen dem Ehepaar und den norwegischen Behörden bewusst ohne einfache Antworten. "Der Film ist auch Ausdruck des Engagements gegen Radikalismus", sagte Mungiu am Samstag in seiner Dankesrede.
Großer Preis der Jury für den Russen Andrej Swjaginzew
Der Große Preis der Jury, die zweitwichtigste Auszeichnung des Festivals, ging an den russischen Regisseur Andrej Swjaginzew für seinen gesellschaftskritischen Thriller "Minotaur". Der Film erzählt von einem russischen Geschäftsmann, der in seiner Firma vor große Herausforderungen gestellt wird und eine Affäre seiner Frau aufdeckt. Swjaginzew verwebt die Geschichte mit der Allgegenwärtigkeit des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine.
Den Preis für die beste Regie teilten sich direkt drei Regisseure: die Spanier Javier Calvo und Javier Ambrossi für das Drama "The Black Ball" ("La bola negra") und der polnische Filmemacher Pawel Pawlikowski für "Vaterland". Der Film mit Sandra Hüller erzählt von einem gemeinsamen Roadtrip von Thomas Mann und Erika Mann durch das zerstörte Nachkriegsdeutschland im Jahr 1949.
FAK-Wien Alumna Grisebach gewann Preis der Jury
Die deutsche Regisseurin und ehemalige Studentin der Filmakademie Wien Valeska Grisebach wurde für ihren Film "Das geträumte Abenteuer" mit dem Preis der Jury ausgezeichnet. Grisebach erzählt in "Das geträumte Abenteuer", mit 20 Prozent Anteil eine minoritäre österreichische Koproduktion, von einer Archäologin, die in einer bulgarischen Grenzstadt an einer Ausgrabungsstätte arbeitet. Als sie einem alten Bekannten helfen will, gerät sie zunehmend in ein Umfeld aus Kriminalität.
"Europa steht für mich für die Zusammenarbeit zwischen den Ländern", sagte die 58-Jährige in ihrer Dankesrede. Grisebach feierte mit "Das geträumte Abenteuer" ihr Debüt im Cannes-Wettbewerb. Ihr Vorgängerfilm "Western" lief 2017 bei den Filmfestspielen in der Reihe "Un Certain Regard".
Hier ging der Hauptpreis heuer an die aus der Steiermark stammende Filmemachein Sandra Wollner. In ihrem dritten Spielfilm "Everytime" setzt sich die 1983 geborene Regisseurin mit Trauerverarbeitung auseinander.