Gerichtsverhandlung

Hass im Netz: Simone Lugner verklagte Arbeitslosen auf 11.000 Euro

07.04.2026

Simone Lugner wehrt sich mit juristischer Unterstützung gegen die grassierende Respektlosigkeit im Internet und mahnt in einem aktuellen Urteil zu mehr Anstand in den sozialen Medien. 

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© Fuhrich
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Das Wiener Landesgericht wird zum Schauplatz einer neuen, unerbittlichen Justiz-Welle: Privatanklagen wegen Internet-Hass füllen die Säle – und Simone „Bienchen“ Lugner (44) zieht die Daumenschrauben jetzt richtig fest an. Während das Netz glüht, brennen für die Verfasser der Hass-Kommentare die finanziellen Sicherungen durch. 

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„Habe einen Scheiß g’macht“

Auf der Anklagebank: Ein 42-jähriger Niederösterreicher, sichtlich gezeichnet vom Leben. Sein Vergehen? Er hatte Simone Lugner im Netz als „Erbschleicherin“ tituliert. Die Quittung kam prompt per Anwalt: Eine Forderung von insgesamt 11.000 Euro (Entschädigung plus Anwaltskosten).


 

Im Saal 101 herrscht nackte Panik. „Ich weiß, dass ich einen Scheiß g’macht hab“, stammelt der unbescholtene Mann llaut Medienberichten. Doch die Realität ist brutal: Der Vater eines kranken Kindes lebt von Notstandshilfe, hat nach den Alimenten gerade einmal 500 Euro zum Leben. „Ich kann ja nicht einmal die Rate zahlen!“, ruft er verzweifelt aus. Für ihn geht es um die Existenz.

Basar-Stimmung im Gerichtssaal

Die Richterin lässt keine Zweifel offen: „Die Bezeichnung ‚Erbschleicherin‘ ist ehrenrührig.“ Eine Verurteilung droht – es sei denn, man einigt sich. Was folgt, gleicht einem unwürdigen Basar-Handel: Zuerst werden 1.000 Euro gefordert, dann 700 Euro. Am Ende einigt man sich auf 500 Euro Entschädigung. 

Doch die Falle schnappt trotzdem zu: Alleine die Prozesskosten betragen 1.533 Euro. Insgesamt muss der völlig mittellose Mann nun zehn Raten zu je 200 Euro aufbringen. Zahlt er nur einmal unpünktlich, droht das gesamte Strafverfahren – und noch höhere Kosten.

Simone Lugner: „Beschäftige mich mit solchen Leuten nicht“

Die Witwe von Richard Lugner stellt klar, dass sie sich nicht persönlich mit den Anfeindungen belasten möchte. Ihr Anwalt übernimmt die juristische Abwicklung, damit sie sich auf ihr Leben konzentrieren kann, ohne sich von negativen Energien beherrschen zu lassen. „Mit solchen Leuten, sogenannten Hatern, beschäftige ich mich nicht“, so ihr konsequentes Resümee. Es solle raschetwas dagegen unternommen werden.