Treffen mit Trump
König Charles reist zu Staatsbesuch in die USA
27.04.2026Inmitten heftiger Verstimmungen zwischen London und Washington reist der britische König Charles III. am Montag zu einem Staatsbesuch in die USA.
Höhepunkt der mehrtägigen Visite sind ein Gespräch mit Präsident Donald Trump im Weißen Haus und ein Staatsbankett sowie eine Rede des Monarchen vor dem US-Kongress. Wie der Buckingham-Palast Sonntagabend mitteilte, wird der Besuch des britischen Königspaares trotz der Schüsse beim Korrespondentendinner wie geplant stattfinden.
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Charles brachte noch am Sonntag seine "große Erleichterung" zum Ausdruck, dass Trump unversehrt blieb. Zugleich kündigte der Palast eine Überprüfung der Detailpläne der Reise an. "Wie zu erwarten, wird es über den Tag verteilt eine Reihe von Gesprächen geben, um mit US-Kollegen und unseren entsprechenden Teams darüber zu sprechen, in welchem Maße die Ereignisse vom Samstag die Pläne für den Besuch beeinflussen", sagte ein Palastsprecher demnach.
250. Jahrestag der Unabhängigkeitserklärung als Anlass
Anlass für den Besuch ist der 250. Jahrestag der Unabhängigkeitserklärung im Sommer. Geplant ist, dass das Königspaar nach seiner Ankunft zunächst im privaten Rahmen von Trump und First Lady Melania zum Tee empfangen wird (ab 22.15 Uhr MESZ). Präsentiert werden soll den Besuchern auch der Bienenstock des Weißen Hauses. Weitere gemeinsame Termine sollen folgen, unter anderem eine Gartenparty, eine militärische Zeremonie und ein Staatsbankett. Als erst zweiter britischer Monarch nach seiner Mutter Queen Elizabeth II. soll Charles zudem eine Rede vor dem Kongress halten.
Der Besuch gilt wegen des wankelmütigen Charakters von Donald Trump als Drahtseilakt. Der Republikaner hatte sich in den vergangenen Tagen und Wochen immer wieder alles andere als diplomatisch über Premierminister Keir Starmer geäußert, auf dessen Wunsch die Reise stattfindet. Anstoß nimmt Trump vor allem an der mangelnden Bereitschaft der Briten, seinen Krieg gegen den Iran zu unterstützen.
Für den Monarchen ist Trump aber auch wegen dessen offen geäußertem Wunsch, Kanada den USA einzuverleiben, ein schwieriger Partner. Charles III. ist auch Kanadas Staatsoberhaupt. Zudem ist der König ein stetiger Mahner zum Umwelt- und Klimaschutz - Trump hingegen wettert gerne gegen Windräder und hält den Klimawandel für einen Schwindel. Trotzdem, so berichtet die "Sunday Times" unter Berufung auf Palast-Insider, sei der König guter Dinge und freue sich auf die Herausforderung. Er soll mit Trump demnach ein geradezu freundschaftliches Verhältnis pflegen.
Kein Treffen mit Epstein-Opfern
Im Laufe der Woche reist das Königspaar weiter nach New York. Dort wollen die Royals unter anderem Rettungskräfte und Angehörige von Opfern der Anschläge vom 11. September 2001 treffen. Laut der "Sunday Times" steht auch ein Treffen mit New Yorks demokratischem Bürgermeister Zohran Mamdani auf dem Programm. Letzte Station in den USA ist Virginia, wo Charles und Camilla mit Vertretern der amerikanischen Ureinwohner zusammentreffen wollen.
Forderungen nach einem Treffen mit Überlebenden und Angehörigen der Opfer des Missbrauchsskandals um den verstorbenen US-Multimillionär Jeffrey Epstein wies der Palast ab. Charles jüngerer Bruder, Ex-Prinz Andrew (66), war viele Jahre mit Epstein befreundet. Das Epstein-Opfer Virginia Giuffre hatte ihm vorgeworfen, sie als Minderjährige missbraucht zu haben. Andrew wies das stets zurück. Trotzdem einigte er sich mit Giuffre auf einen Berichten zufolge millionenschweren Vergleich.
Ganz ausweichen können werde der König dem Thema aber nicht, prophezeiten britische Medien. Er und andere Aktivisten wollen während der Rede des Königs im Kongress ganz in der Nähe Präsenz zeigen, sagte der Bruder Giuffres, Sky Roberts, der am Wochenende an einem Gedenken für seine Schwester teilnahm. Giuffre hatte sich vor einem Jahr das Leben genommen. Roberts hatte den König bei einem BBC-Interview eindringlich um ein Treffen gebeten.
Drahtseilakt trotz jahrzehntelanger Diplomatie-Erfahrung
Charles sei "generell sehr gut" darin, in schwierigen diplomatischen Fahrwassern zu navigieren, sagt der Monarchie-Experte Craig Prescott von der Londoner Royal Holloway-Universität. Der 250. Jahrestag der amerikanischen Unabhängigkeit biete den Briten zudem eine gute Möglichkeit zu argumentieren, "dass es bei dem Besuch nicht eigentlich um Keir Starmer und Donald Trump geht".
Dennoch erwartet Prescott nach eigenen Worten, dass Charles III. die US-britischen Spannungen in seiner Rede vor dem US-Kongress am Dienstag auf verklausulierte Weise ansprechen wird. Nach Angaben des Palastes soll es darin um die gemeinsame Vergangenheit und tiefe Verbindung beider Staaten gehen. Dabei könnte der König zur Sprache bringen, wie die Verbindung im Lauf der Jahrhunderte weniger eng geworden sei, mutmaßt Prescott.
Graham Smith von der britischen Anti-Monarchie-Gruppe Republic erwartet dagegen, dass der König "die Rituale durchlaufen wird, ohne irgendetwas Gehaltvolles zu bieten". Das einzig Interessante an diesem "sinnlosen Besuch" sei die Frage, "wie Trump sich benimmt", schrieb Smith im Onlinedienst X.