Felbermayr warnt

Zinsschock droht wegen Iran-Krieg: "EZB muss reagieren"

05.03.2026

Zinssenkungen dürften vom Tisch sein, sagt WIFO-Chef Felbermayr. Nächster Schritt wäre wahrscheinlich eine Erhöhung. Dann werden Kredite teurer.

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© APA/HELMUT FOHRINGER
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Ein länger anhaltender Nahost-Krieg wird die Europäische Zentralbank laut designiertem Wirtschaftsweisen Gabriel Felbermayr unter Zugzwang bringen. "Wenn der Iran-Krieg nicht schnell vorbeigeht, muss die EZB reagieren", sagte der Wiener Ökonom zum "Handelsblatt" vom Donnerstag.

Felbermayr fügte hinzu: "Klar ist: Die alte Maxime, kurzfristige Energiepreisschocks einfach zu ignorieren und sich auf langfristige Inflationsprognosen zu verlassen, ist gescheitert und wäre jetzt brandgefährlich." Zinserhöhungen dürften für die EZB kein Tabu sein, wenn es hart auf hart komme.

Zinserhöhung steht im Raum

Die EZB hatte den Leitzins im Februar weiter konstant gehalten, zugleich aber ihre Flexibilität angesichts der unsicheren geopolitischen Lage betont. Nach dem Ausbruch des Nahost-Krieges Ende Februar und dem Anstieg der Energiepreise erscheint diese Positionierung in neuem Licht. Viele Experten erwarten zwar, dass die EZB weiter pausieren wird, doch ihr nächster Schritt perspektivisch eine Erhöhung sein könnte.

Felbermayr, der laut deutschem Kabinettsbeschluss Wirtschaftsweiser werden soll, weist darauf hin, dass die Diskussion zuletzt zwar in Richtung Zinssenkungen gegangen sei - auch angesichts der wirtschaftlichen Entwicklung in Europa: "Das ist jetzt jedenfalls vom Tisch, hoffe ich", sagte der Direktor des Österreichischen Institutes für Wirtschaftsforschung (WIFO).

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