Türke schizophren

Lugner-Stalker (30) attackierte wahllos Passanten

28.01.2026

Wegen Morddrohungen gegen Simone Lugner war der Angeklagte noch freigesprochen worden, dann drehte er offenbar völlig durch: Nach einer Serie von Attacken - einen  Touristen stach er auf der MaHü mit dem Messer nieder - wird der psychisch erkrankte Türke eingewiesen.

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Wien. Weil er unter dem Einfluss einer paranoiden Schizophrenie im Oktober 2025 mehrere Passanten in Wien attackiert hatte, ist am Mittwoch ein 30-Jähriger von einem Schöffengericht in ein forensisch-therapeutisches Zentrum eingewiesen worden. Die Entscheidung ist bereits rechtskräftig. Schlagzeilen hatte er bereits im Vorjahr geschrieben, als er sich gegenüber der Witwe von Richard Lugner, Simone Lugner, die in einer Radio-Show zu Gast war - der Sender hat eine Außenstudio in einem Pub im Gasometer -, als Aggressor bemerkbar machte. "Ich bring euch um", brüllte er durch ein Glasfenster in Richtung Simone. Für die Drohung wurde er vor Gericht freigesprochen.

© Fuhrich

Davor hatte er das Grab Richard Lugners am Grinzinger Friedhof aufsuchen und möglicherweise beschädigen wollen, wobei er die letzte Ruhestätte des im vergangenen August Verstorbenen aber nicht gefunden hatte.  

Am 3. Oktober 2025 ging er im Andre-Heller-Park in Floridsdorf auf einen Mann los, der ihn darauf aufmerksam machte, dass Radfahren in der künstlerisch gestalteten Anlage verboten sei. Der 60-Jährige hatte nämlich beobachtet, wie der 30-Jährige mit dem Rad fast eine ältere Frau niederfuhr. Als der Ältere ein Foto von dem Raser machte, schlug dieser ihn mit der Faust mehrfach ins Gesicht und attackierte ihn auch mit einer Holzlatte.

Frau auf Rolltreppe zur U-Bahn niedergeschlagen

Knapp zwei Wochen später attackierte er eine Frau auf der Rolltreppe bei der U-Bahn-Station Zieglergasse. Das Opfer stand hinter ihm, plötzlich drehte sich der 30-Jährige um, rannte die Rolltreppe hinauf und schlug so heftig zu, dass die Frau umfiel und mit dem Kopf auf die Eisenstiegen krachte. "Ich hab' gedacht, sie denkt was Falsches über mich", sagte der Betroffene. Ein Video aus der Überwachungskamera zeigt, wie die Chinesin umfällt und mit einer Rissquetschwunde am Hinterkopf liegen bleibt.

Kurze Zeit später ging der Mann auf der Mariahilfer Straße im gleichnamigen Bezirk auf Touristen los, indem er sie beschimpfte und bespuckte. Passanten beobachteten das und verfolgten den 30-Jährigen. Die Zivilcourage bezahlte ein Zeuge mit einer Verletzung. Denn der 30-Jährige zückte bei der Verfolgungsjagd ein Messer und stach dem Spanier in den Oberschenkel. Als dieser verletzt liegen blieb, rief ein weiterer Mann die Polizei. Der Amerikaner lief dem Flüchtenden hinterher und konnte der Exekutive nicht nur seinen Aufenthaltsort, sondern auch den Ort, wo er das Messer entsorgt hatte, nennen. "Ich hab' gedacht, die denken was Falsches über mich", sagte der Betroffene, der die türkische Staatsbürgerschaft hat, aber in Tirol aufgewachsen ist.

Gefährlichkeitsprognose sehr hoch

"Er wehrt sich, wenn er sich attackiert oder beschimpft fühlt", sagte Gutachterin Roßmanith. Die Krankheit, die den Mann zurechnungsunfähig für seine Handlungen macht, sei schwerwiegend und nachhaltig und die Gefährlichkeitsprognose sehr hoch. "Es besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass er in absehbarer Zukunft das Ganze wieder los geht." Die psychische Störung sei so ausgeprägt, dass sie eine bedingte Entlassung nicht empfiehlt, sonst seien Handlungen mit schweren Folgen zu erwarten. Am Mittwoch wurde der Lugner-Stalker von einem Schöffengericht in ein forensisch-therapeutisches Zentrum eingewiesen - die Entscheidung ist bereits rechtskräftig.

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