3,5 Terawattstunden

Google-Rechenzentrum wird zum Mega-Stromfresser

20.03.2026

Mit dem Bau des neuen Google-Rechenzentrums in Kronstorf steigt der Strombedarf in Oberösterreich drastisch. Das Zentrum wird voraussichtlich mehr Energie verbrauchen als alle privaten Haushalte der Region zusammen. 

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Das neue Google-Rechenzentrum in Kronstorf im Bezirk Linz-Land wird künftig einen erheblichen Teil des Stromverbrauchs Oberösterreichs beanspruchen. Laut Angaben von Austrian Power Grid (APG) soll das Zentrum bis zu 3,5 Terawattstunden pro Jahr verbrauchen. Zum Vergleich: In Oberösterreich gibt es knapp 676.000 Haushalte, deren kombinierter Jahresverbrauch deutlich unter diesem Wert liegt. Die geplante Strommenge entspricht etwa dem Bedarf von 900.000 privaten Haushalten.

Um diesen enormen Bedarf decken zu können, ist der Ausbau der Strominfrastruktur erforderlich. Geplant ist ein neuer 220-kV-Versorgungsring, ergänzt durch die Erweiterung bestehender Umspannwerke zwischen Ernsthofen und Kronstorf. Zusätzlich wird der Strom aus einer der 380-kV-Hochspannungsleitungen eingespeist, an die der neue Ring angeschlossen wird.

Strombedarf steigt je nach Entwicklung

APG-Vorstandssprecher Gerhard Christiner erläutert, dass das Rechenzentrum zunächst mit einer Ausbaustufe startet, die Leistungen von bis zu 400 Megawatt erfordert. Je nach Entwicklung des Betriebs könnte der Bedarf jedoch auf bis zu 1.000 Megawatt steigen. Die neue 220-kV-Leitung soll diese Anforderungen abdecken und langfristig die Versorgung sichern.

Wann das Zentrum endgültig fertiggestellt wird und der volle Stromverbrauch einsetzt, ist derzeit noch unklar. Fest steht jedoch, dass Oberösterreich damit einen neuen Großabnehmer erhält, dessen Energiebedarf die bisherigen Dimensionen weit übersteigt. 

"Wir arbeiten eng mit APG, Netz OÖ und den lokalen Behörden zusammen, um die beste und nachhaltigste Lösung für den Betrieb unseres Rechenzentrums zu erreichen. Derzeit gehen wir davon aus, eine von Netz OÖ zugesicherte Kapazität von bis zu 150 MW in Anspruch zu nehmen. Zu einem späteren Zeitpunkt könnte zusätzliche Kapazität reserviert werden, um eine mögliche Erweiterung des Standorts zu ermöglichen", heißt es in einer Stellungnahme von Google.