Kvitfjell

Weltcup-Finale! Der Großer Kampf um die Kristallkugeln

Der Hauptfokus bei den Speedrennen des alpinen Ski-Weltcup-Finales am Wochenende in Kvitfjell liegt auf den Frauen-Rennen. Sowohl am Samstag (12.30 Uhr) in der Abfahrt als auch am Sonntag (10.45) im Super-G fällt die Entscheidung um den Gewinn der Disziplinwertung.

Bei den Männern hat diese jeweils der Schweizer Marco Odermatt schon gewonnen, so auch den Gesamtweltcup. Der ist freilich bei den Frauen zwischen Mikaela Shiffrin und Emma Aicher noch offen.

Am Wochenende kann sich dieses Duell nur theoretisch entscheiden. Die in der Abfahrt nicht antretende Shiffrin müsste dafür im Super-G zumindest 60 Punkte mehr sammeln als Aicher in beiden Rennen zusammen. Unwahrscheinlich, da der US-Star in dieser Saison in zwei gefahrenen Super-Gs auf nur insgesamt acht Zähler gekommen ist und Aicher in den Vorjahres-Abfahrten von Kvitfjell die Ränge zwei und eins belegt hat. Bloß etwas mehr als ein Jahr nach diesem ihrem ersten Weltcupsieg könnte die Allrounderin nun Shiffrin deren sechste große Kugel wegschnappen.

Die 22-Jährige muss trachten, im Speed-Doppel punktemäßig möglichst nahe an Shiffrin heranzukommen oder sie gar zu überholen. Klar scheint Letztere am Dienstag und Mittwoch in Slalom und Riesentorlauf im Vorteil, auf Basis jüngster Ergebnisse aber nur leicht. Denn zuletzt in Åre hat Shiffrin in Riesentorlauf und Slalom trotz ihres achten Weltcuptorlauf-Saisonsieges nur 15 Punkte mehr als Aicher gesammelt. Dazu kommt, dass der mit 31 Jahren klar routiniertere US-Star auf dem Hang in Hafjell wie Aicher noch nicht gefahren ist, also keine Erfahrungswerte hat.

Aicher um Deutschlands fünfte große Kugel

Für Deutschland wäre es der fünfte Gesamtweltcupsieg bei den Frauen wie auch überhaupt. Rosi Mittermaier 1976, Katja Seizinger 1996 und 1998 sowie Maria Riesch 2011 lagen am Saisonende voran. So jung wie Aicher war damals aber keine von ihnen. DSV-Chefcoach Andreas Puelacher traut der Tochter einer Schwedin und eines Deutschen den Coup freilich zu. "Alles, was jetzt noch kommt, ist eine schöne Zugabe. Aber wir wollen jetzt die Kugel holen. Wenn man mal so eine Chance hat, will man sie ergreifen", tönte der Tiroler, 2014 bis 2022 Österreichs Männer-Cheftrainer.

Als Nebenprodukt einer Aufholjagd auf Shiffrin könnte für Aicher die Abfahrtskugel abfallen. Nach acht Saisonrennen ist sie 28 Punkte hinter Laura Pirovano Zweite. Die Italienerin hat sich mit ihren ersten beiden Weltcupsiegen - jeweils mit 0,01 Sek. Vorsprung - vor zwei Wochen in Val di Fassa in die Pole Position gehievt. 85 bzw. 92 Punkte zurück haben Aichers Landsfrau Kira Weidle-Winkelmann und Cornelia Hütter noch theoretische Chancen. Dass es aus einer ähnlichen Position klappen kann, bewies die Steirerin 2024, als sie mit einem 69-Punkte-Defizit zur Kugel fuhr.

Im Super-G hat Sofia Goggia nur noch die 63 Zähler hinter ihr rangierende Alice Robinson zu fürchten. Da die Italienerin und die Neuseeländerin gerne waghalsig unterwegs und daher ausfallgefährdet sind, ist alles möglich. In den beiden Abfahrtstrainings konnte sich keine Österreicherin in Szene setzen. Nina Ortlieb sah ihren sechsten Platz am Freitag nach Torfehler als "Schritt in die richtige Richtung". Auch Hütter, Ariane Rädler und Mirjam Puchner treten in beiden Rennen an. Es punkten die Top 15 - so auch in Slalom und Riesentorlauf, in dem Julia Scheib die Kugel fix hat.

Weltcup-Finale! Der Großer Kampf um die Kristallkugeln
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Kriechmayr Trainingszweiter: "Brauche perfekten Lauf"

Bei den Männern bezog Vincent Kriechmayr am Freitag im Abschlusstraining bei warmem Wetter, aber guter Strecke als Zweiter schon einmal Position, nur 0,07 Sek. hinter dem Franzosen Nils Allegre. "Das darf man nicht überbewerten", stapelte der 34-Jährige wie meist tief. "Um zu gewinnen, muss ich von oben bis unten einen perfekten Lauf machen." Den Italiener Dominik Paris und den Schweizer Olympiasieger Franjo von Allmen sieht er als Favoriten. Eine Karrierefortsetzung lässt sich Kriechmayr offen. Wichtig sei, Lust auf das sich Plagen im Sommertraining zu haben.

Der Courchevel-Sieger hat seine letzte Kugelchance durch die Absagen der beiden Super-Gs in Frankreich verloren, darf aber nicht nur wegen seiner derzeit guten Form auf noch einen weiteren Erfolg spekulieren. Bei Weltcup-Finali feierte Kriechmayr schon einige Siege. Übrigens gab es seit Kitzbühel bzw. zwei Monaten keinen Weltcup-Super-G, am Sonntag (12.30 Uhr) ist es erst Saison-Super-G Nummer sieben. Findet ein Rennen am angesetzten Tag nicht statt, wird es gestrichen.

Da treten wie in der Samstag-Abfahrt (10.45 Uhr, jeweils live ORF 1) neben ihm Daniel Hemetsberger, Raphael Haaser und Marco Schwarz als Top-25-Athleten der Disziplinwertung für den ÖSV an, im Super-G auch Stefan Babinsky. Haaser möchte an seinen fünften Abfahrtsrang von Courchevel anschließen. Hemetsberger sieht sich mit stärkerer Konzentration "auf die Basics" im Aufwind und Schwarz weiter am Lernen: "Ich brauche viele Abfahrtskilometer, damit ich dabei bin. Ich spüre, dass viel mehr möglich ist, wenn ich ein bisschen mehr Energie reinstecke."

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