Finale
So beenden die Parteien ihren Wahlkampf
Am Sonntag wählt Österreich einen neuen Nationalrat. Beim Wahlkampffinale am Freitag gabe die Parteien und ihre Spitzenkandidaten noch einmal Gas und versuchten bei den Abschlusskundgebungen ihre Wähler zu mobilisieren.
Faymann wirbt für die "rote Lokomotive"
Die SPÖ hat Veranstaltung ganz der Warnung vor Schwarz-Blau gewidmet. Bundeskanzler Werner Faymann und Wiens Bürgermeister Michael Häupl appellierten vor rund 1.000 Interessierten in einem Festzelt vor der Parteizentrale, die SPÖ wieder zur stärksten Kraft zu machen und so einen Abbau von Arbeitnehmerrechten zu verhindern: "Wir müssen dafür sorgen, dass die Lokomotive rot ist", schmetterte der SPÖ-Chef dem Auditorium entgegen.
ÖVP noch auf Stimmenfang
Im Wahlkampfendspurt ist die ÖVP noch in Wien auf Stimmenfang gegangen. Am Nachmittag stand eine Verteilaktion mit Spitzenkandidat Michael Spindelegger auf der Mariahilfer Straße auf dem Programm. Der "Kanzlerwechsel" ist das Ziel, das stand auf den Transparenten, riefen die Unterstützer und bekräftigte Spindelegger gegenüber Journalisten: "Das Ziel ist die Nummer eins."
Der ÖVP-Chef wurde bei seinem Auftritt auf der Mariahilfer Straße - politischer Zankapfel in der Wiener Stadtpolitik seit der Umwandlung in eine Fußgängerzone - vom Wiener Parteiobmann Manfred Juraczka und Nationalratskandidatin Brigitte Jank flankiert. Die in gelben Jacken gekleideten Unterstützer verteilten Broschüren, diverse Give Aways und Eiskaffee-Dosen. Gefragt nach der Stimmung im Wahlkampf, verwies Spindelegger auf die Menschentraube um ihn herum und zeigte sich erfreut. Der Kanzlerkandidat stand für Handyfotos mit den Passanten - unter anderem einem Straßenkünstler im Clownkostüm - bereit und gab sogar Autogramme. Ein Bursche gab ihm dabei gleich eine Bitte zum Thema Bildung mit auf den Weg: Er möge doch dafür sorgen, dass es in der Schule weniger Stunden gibt.
Im Anschluss an die Verteilaktion absolvierten Spindelegger und die Wiener ÖVP noch ein paar Unternehmensbesuche. Abends wird im Sky Restaurant auf der Kärntner Straße noch der "Endspurt" gefeiert.
Strache bewirbt sich um blauen "Hausmeister"
Auf dem Wiener Stephansplatz hat FPÖ-Spitzenkandidat Heinz-Christian Strache am Freitagabend ein letztes Mal vor der Nationalratswahl die von ihm definierte "Nächstenliebe" gepredigt. Dabei machte er seinen Anhängern, die rund eineinhalb Stunden ausharrten, klar, dass er der kommende "Hausmeister" im "Haus Österreich" werden will. Schon beinahe traditionell verlief die FPÖ-Veranstaltung nicht ohne Gegendemonstration, zu der laut Polizei 500 Personen erschienen waren. Dem gegenüber standen laut Behörden 2.000 Strache-Fans, die FPÖ sprach sogar von 15.000.
Bucher geht "stark und selbstbewusst" ins Finale
BZÖ-Klubobmann Josef Bucher zeigte sich zuversichtlich. "Wir sind selbstbewusst und stark und wissen, dass es am Sonntag um sehr viel geht", sagte er vor rund 200 Gästen im Ares-Tower in der Donaucity. Unter den Gästen befanden sich auch Stefan Petzner, Ursula Haubner, Herbert Scheibner und Ewald Stadler.
NEOS-Wahlkampfabschluss als "Beginn einer großen Reise"
Die musikalische Umrahmung war passend gewählt: Mit "Pink" von der US-amerikanischen Rockband Aerosmith haben die NEOS ihren Wahlkampfabschluss auf der Wiener Mariahilfer Straße eingeleitet. "Pink ist die Farbe der Leidenschaft", spielte Spitzenkandidat Matthias Strolz dann auch auf die eigene Parteifarbe an. Er zeigte sich überzeugt davon, dass man diese Leidenschaft ins Parlament tragen könne. Denn die Nationalratswahl am Sonntag sei erst "der Beginn einer großen Reise für Österreich".