Winterchaos

Pro Tag passieren 320 Unfälle

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80 Zentimeter Schnee – und jetzt wird es saukalt.
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Kaum mehr vorstellbar: Anfang November, keine drei Wochen her, hatte es noch frühlingshafte 23 Grad. Jetzt hat uns der Winter endgültig gepackt. Und: Es bleibt so, mindestens bis zum Wochenende. Seit Samstag zog Tief "Jenna" östlich an Österreich vorbei und sorgte auch für Schnee im ganzen Land.

Folge: Für viele war gestern der schönste Wintertag: Tausende Kinder packten erstmals die Rodel aus, auf den Pisten herrschten perfekte Skibedingungen. Doch auf den Straßen brach erneut das totale Chaos aus. Seit Samstag werden die Feuerwehren pro Tag 320 Mal (!) zu Unfällen gerufen, weil Autos auf eisglatten Straßen in Gräben rutschten, mit anderen kollidierten oder sich auf der Fahrbahn quer stellten.

Sechs Menschen starben auf eisglatten Straßen

  • In Niederösterreich musste die Feuerwehr am Wochenende rund 60-mal witterungsbedingt ausrücken, drei Menschen starben. Auch in Tirol und der Steiermark gab es Tote.
  • 70 Einsätze fuhren die Feuerwehren von Freitag bis Sonntag in Oberösterreich. Der spektakulärste Einsatz: Auf der Westautobahn rutschte der Wagen eines 21-Jährigen über den Mittelstreifen, wurde emporgeschleudert und landete auf dem Auto von Bernd R. (siehe unten).
  • 50-mal rückten Einsatzkräfte in der Steiermark in 24 Stunden aus, in Wien wurde die Feuerwehr 30-mal zu Verkehrsunfällen gerufen, in Salzburg 24-mal, im Burgenland 70-mal am Wochenende.

Im Burgenland gab es noch weitere Probleme: Dutzende Bäume stürzten aufgrund der schweren Schneemassen um und rissen etliche Stromleitungen mit sich. Die Folge: 13.000 Haushalte in 74 Gemeinden waren bis zu fünf Stunden ohne Energie.

Mit 80 Zentimeter auf den Bergen wurde in Kärnten die höchste Neuschneemenge gemessen, weitere Spitzenwerte: Feistritz in Kärnten mit 21 cm und Klagenfurt mit 20 cm.

Wetter-Prognose: Heute – 10 Grad, morgen viel Schnee

Glatteisgefahr, Nebel und extreme Kälte: So beginnt der Dienstag. Die Temperaturen sind besonders in Wien, Niederösterreich und im Burgenland sehr kalt – minus 10 Grad wurden gestern von den Meteorologen vorhergesagt. Untertags kann die Sonne auftauchen (besonders im Westen und im Norden).



Am Mittwoch bringt uns ein Genua-Tief (wie schon in der Vorwoche) dichte Wolken, die uns vom Süden her erreichen. Sie bringen ergiebige Schneefälle. Im Süden sind wieder 20 cm möglich, im Osten ungefähr 10 cm. Es bleibt eisig: zwischen –11 und 3 Grad.

Bis zum Wochenende schneit es weiter (bei –4 und 5 Grad). Am Wochenende kommt die Sonne mit ganz wenig Schnee.

Seite 2: Der Live-Ticker zum Schneechaos zum Nachlesen

14.42 Uhr
In den Bergen Kärntens gab es bis zu 80 Zentimeter Neuschnee. Da es sehr windig war, gab es umfangreiche Schneeverfrachtungen. In Steilhängen war die Lawinengefahr deshalb erheblich, über 1.800 Meter galt teilweise die zweithöchste Lawinenwarnstufe vier. Auch für die Hohen Tauern in Salzburg wurden die Lawinenwarnstufen zwei (mäßig) bis drei (erheblich) ausgerufen.

14.29 Uhr
Teilweise ist die Verkehrssituation sehr angespannt. Kettenpflicht für ALLE Fahrzeuge herrscht derzeit auf folgenden Straßen:
B91, Loiblpaß Bstr., zw. Unterloibl u. Grenztunnel Loibl
B99, Katschberg Bstr., zw. Untertauern u. Tweng
L72, Hahntennjoch Lstr., zw. Pfafflar u. Hahntennjoch

14.14 Uhr
Schwerer Nassschnee legte im Burgenland zeitweise die Energieversorgung lahm: 13.000 Haushalte waren teilweise mehrere Stunden ohne Strom. 20 Mitarbeiter der Bewag stehen im Dauereinsatz.

13.39 Uhr
In Oberösterreich wurden bereits 3,5 Tonnen Salz auf die Straßen gestreut. Nachschub wurde bereits bestellt.

13.26 Uhr
Die Tiroler Landesstraßenverwaltung hat sich bereits auf den Winter eingestellt: 20.000 Tonnen Streusalz wurden eingebunkert.

12.52 Uhr
Die Temperaturen fallen in den nächsten Tagen wieder unter den Gefrierpunkt: Bis zu minus sieben Grad sind möglich.

12.23 Uhr
Auch unsere nördlichen Nachbarn haben mit dem Schnee zu kämpfen. Am Münchner Flughafen herrscht am Morgen Chaos pur: Es hat bereits mehr als 20 Annullierungen gegeben.

12.10 Uhr
Neben den 1.200 MitarbeiterInnen sind in Wien auch 380 Fahrzeuge der MA48 im Einsatz.

11.34 Uhr
Auf schneeglatter Fahrbahn gerieten im Burgenland mehrere Fahrzeuge ins Schleudern und schlitterten in den Straßengraben. Im Landessüden zogen heftige Schneefälle auch das Stromnetz in Mitleidenschaft.

11.22 Uhr
Ein 23-jähriger Deutscher geriet auf der Arlberg-Schnellstraße (S16) ins Schleudern, bei der anschließenden Kollision mit einem anderen Wagen wurde sein gleichaltriger Beifahrer schwer verletzt.

11.17 Uhr
Die starken Schneefälle haben auch in der Steiermark zu einem Verkehrschaos geführt. Innerhalb weniger Stunden mussten 76 Feuerwehren ausrücken. Berichte über gröbere Personenschäden gibt es nicht.

11:03 Uhr
Die Schneefälle haben zu einem erhöhten Pannenaufkommen geführt. Die Pannendichte lag 40 Prozent über herkömmlichen Wochenenden. Allein in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland benötigten 1.078 Autofahrer Starthilfe.

10.54 Uhr
Ein Mittelmeertief ist für das Winterwetter in Österreich verantwortlich.

10.43 Uhr
Mit Verletzungen für den Kutscher und einen Fahrgast hat ein Ausflug mit einer Pferdekutsche südlich von Graz geendet. Der eingespannte Lipizzaner scheute und ging durch. Während eine mitfahrende 47-jährige Frau absprang und sich dabei die Schulter leicht verletzte, stürzte der 53-jährige Lenker samt Kutsche über eine Böschung. Er blieb bewusstlos liegen.

10.34 Uhr
Der ARBÖ warnt vor Glatteis. Frost verwandelt Matsch und Schnee auf den Straßen in Eis.

10.27 Uhr
Auch in Vorarlberg hat der Neuschnee zu zahlreichen Verkehrsbehinderungen geführt. Auf vielen höher gelegenen Straßen bestand Schneekettenpflicht für Lkw - für Pkw gab es ohne Winterreifen kein Weiterkommen.

10.21 Uhr: Insgesamt berichtet das Landesfeuerwehrkommando Oberösterreich von mehr als 50 wetterbedingten Unfällen nach dem Wintereinbruch.

10.16 Uhr
Schwer verletzt wurde eine 20-jährige Schülerin bei einem Unfall in Schwertberg im Bezirk Perg. Sie saß im Fond eines Pkw, der von einer 49-Jährigen gelenkt wurde. Diese kam auf einer mit Schneematsch bedecken, abschüssigen Straße in einer leichten Rechtskurve ins Schleudern und prallte mit dem Heck gegen einen betonierten Gartenzaunpfeiler.

10.12 Uhr
In Salzburg gibt es in den Bergen bis zu 40 Zentimeter Neuschnee, in den Tälern zwischen fünf und zehn Zentimeter.

10.05 Uhr
In Osttirol gibt es laut Meteorologen seit Sonntag bis zu 15 Zentimeter Neuschnee.

10.00 Uhr
Nach Schneefällen ist am Montag in Teilen Tirols für höher gelegene Straßenverbindungen Kettenpflicht verhängt worden. Die Autobahnen waren nach Angaben der Polizei salznass.

09.50 Uhr
Ein spektakulärer Unfall hat sich auf der A1 in Oberösterreich ereignet. Ein in Fahrtrichtung Salzburg fahrender Pkw fuhr auf die Leitschiene am Mittelstreifen auf, wurde dadurch in die Luft katapultiert und landete auf einem Fahrzeug im Gegenverkehrsbereich.

Auch am Montag wird es vor allem im Nordosten wieder schneien. Auch entlang der Alpennordseite ist bei trübem Wetter immer wieder Schneefall möglich. Im Süden zeigt sich am Vormittag zwischendurch die Sonne, später gehen aber auch hier Schnee- oder Schneeregenschauer nieder. Die Temperaturen erreichen maximal minus 2 bis plus 5 Grad, mit den höheren Werten im Südosten.

In den kommenden Tagen bleibt das Wetter bei teilweis eisiger Kälte ähnlich. Es kann immer wieder schneien. Zwischendurch kann sich aber auch vereinzelt die Sonne zeigen.

Dauereinsatz
In Wien bedeutet der heftige Schneefall Zusatzarbeit für die Bediensteten der MA 48. Seit 3 Uhr früh sind 1.200 MitarbeiterInnen im Sauereinsatz und sorgen so für freie Straßen.

Verkehrsprobleme in Kärnten
Der Wintereinbruch hat in Kärnten zu Verkehrsbehinderungen und zahlreichen Unfällen geführt. Auf praktisch sämtlichen Passstraßen im Bereich der Karnischen Alpen und Karawanken Kettenpflicht. Am Seebergsattel im Bezirk Völkermarkt wurde ein Fahrverbot für Lkw verhängt. Bei einem Unfall auf der Südautobahn (A2) im Bezirk Griffen wurde ein 46 Jahre alter Polizist aus dem Bezirk Wolfsberg schwer verletzt. Der Beamte war gerade dabei, eine Unfallstelle in Fahrtrichtung Klagenfurt abzusichern, als ein Autolenker auf das Polizeifahrzeug auffuhr.

Lawinentoter in Tirol
Ein 55-jähriger Tourengeher ist am Sonntagmittag kurz vor dem Gipfel des Sattelberges im Bezirk Innsbruck-Land in Tirol unter einer Lawine gestorben. Der Mann war alleine unterwegs und wurde vollständig verschüttet.