Wiener Linien

Rückkehr zur 365-Euro-Jahreskarte "nicht realistisch"

20.04.2026

Die Wiener Linien verzeichneten heuer 903 Millionen Fahrgäste und damit ein deutliches Plus zum Vorjahr. Während die Zahl der Stammkunden einen neuen Höchststand erreicht, erteilte die Geschäftsführung einer Rückkehr zur 365-Euro-Jahreskarte eine klare Absage. 

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Die Wiener Linien meldeten für das Jahr 2025 insgesamt 903 Millionen Fahrgäste. Dieser Wert entspricht zwar einem Plus von 3,4 Prozent zum Vorjahr, liegt aber noch immer unter den Rekordwerten aus der Zeit vor Corona. Knapp 1,34 Millionen Menschen sind bereits Stammkunden, was ein neuer Rekord ist. Der Großteil davon besitzt eine Jahreskarte, gefolgt von Klimatickets und Top-Jugendtickets.

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"Die Zunahme bei der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel gegenüber den Vorjahren verdeutlicht einmal mehr, dass die Offis das Rückgrat der klimafreundlichen Mobilität in der Stadt sind. Und damit das so bleibt, investieren wir auch weiterhin intensiv in den Ausbau und Erhalt der Öffi-Infrastruktur", sagt Alexandra Reinagl, Vorsitzende der Geschäftsführung der Wiener Linien.

Keine Rückkehr zur 365-Euro-Jahreskarte

Dass der Preis für die Jahreskarte auf 467 Euro angehoben wurde, hat im November laut Wiener Linien für eine Kündigungswelle gesorgt, doch die Zahlen haben sich durch viele Neuabschlüsse rasch wieder erholt. Im Jänner gab es trotz der Preiserhöhung 1,4 Prozent mehr Jahreskarten-Besitzer als im November 2025. Besonders viele Neubestellungen gab es auch im Februar. Das liegt vor allem daran, dass viele Studierende nach dem Auslaufen des Semestertickets auf die neue Jahreskarte Jugend umgestiegen sind.

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Politisch sorgt das Thema dennoch für Zündstoff, da Grüne und Teile der SPÖ weiterhin eine Rückkehr zur 365-Euro-Jahreskarte fordern. "Das ist nicht realistisch", sagt Alexandra Reinagl auf eine entsprechende Nachfrage von oe24.

Boom bei den Leihrädern

Neben dem klassischen Angebot haben sich die 3100 WienMobil Räder als feste Größe im Stadtbild etabliert. Mehr als 1,14 Millionen Mal wurden die Bikes im Vorjahr ausgeliehen - im Vergleich zu 2024 eine Steigerung von 16 Prozent. Am liebsten werden die Räder für kurze Distanzen geliehen: 69 Prozent der Fahrten haben eine Fahrtdauer von unter 30 Minuten.

Investitionen in die Zukunft

Für das Jahr 2026 planen die Wiener Linien Investitionen von rund 759,9 Millionen Euro, wobei über 426 Millionen Euro in den U2xU5-Neubau fließen. Auch an der Oberfläche geht die Arbeit nicht aus, da heuer 12,5 Kilometer Straßenbahngleise und 33 Weichen erneuert werden sollen, unter anderem am Ring, der Lerchenfelder Straße und der Gleiskreuzung im Bereich Spitalgasse/Nussdorfer Straße, die von sieben Bim-Linien befahren wird.

Mit dem Spatenstich für die Verlängerung der Linie 18 bis zur U2-Station Stadion wurde 2025 darüber hinaus ein wichtiges Zukunftsprojekt gestartet, das 2026 abgeschlossen und zu einer wichtigen Alternative während der ÖBB-Stammstreckensperre wird. Ebenfalls auf der Modernisierungs-Agenda steht die Erneuerung der Gleise in der Donaufelder Straße, die deutliche Verbesserungen für die Fahrgäste der Linien 25, 26 und 27 bringen wird.

Wiener Linien im ESC-Fieber

Ein großes Highlight für die Wiener Linien wird heuer der Eurovision Song Contest: Ganz Wien wird dabei zur Bühne, besondere Highlights sind die WL x ESC Party-Bim auf der Linie 49, die als rollende Bühne zwischen Volkstheater und Stadthalle in der Woche des ESC unterwegs ist, sowie Auftritte von U-Bahn-Stars im Öffi-Netz und am Event-Hotspot Karlsplatz. Darüber hinaus sind die U-Bahnen in einem dichteren Intervall unterwegs, im Bereich der Stadthalle werden die Straßenbahnlinien 6,18 und 49 anlassbezogen verlängert.