Studie präsentiert
Bauer: Mehr Geld für Familien mit Kindern vom Staat
10.03.2026Familien mit Kindern erhalten mehr Transferleistungen. Das zeigt die Analyse der Joanneum Research Forschungsgesellschaft. Ministerin Bauer: "Österreich hat ein breites und starkes System"
Die Transferleistungen für Haushalte mit Kindern sind in den letzten Jahren real gestiegen. Zu diesem Schluss kommt eine neue Studie der Joanneum Research Forschungsgesellschaft im Auftrag des Familienministeriums. Gründe sind etwa die Valorisierung von Familienleistungen und die Neuregelung der Studienbeihilfe. Leistungen für Alleinerziehende sind tendenziell stärker gestiegen als für Paarhaushalte. Profitiert haben vor allem untere Einkommensbereiche.
Analysezeitraum war das Jahr 2025, führte Studienautor Franz Prettenthaler bei der Präsentation am Dienstag aus. Gegenüber 2021 und 2023 seien die Transferleistungen gewachsen. Die tatsächlichen Änderungen variieren mit Einkommen und Familienkonstellation. Wichtige Faktoren waren auch die Einführung des Kinderzuschlags sowie Änderungen bei Kindermehrbetrag, Familienbonus Plus und Schulstartpaket.
Stärkerer Zuwachs bei Alleinerziehenden
Ein Paarhaushalt mit zwei Kindern hatte demnach im Zweijahresvergleich durchschnittlich 1,9 Prozent mehr Transferleistungen zur Verfügung. Bei Alleinerziehenden betrug der Anstieg 6,0 Prozent. Bis zu einem Bruttoeinkommen von rund 3.000 Euro monatlich haben Haushalte besonders profitiert, sagte Prettenthaler. Hier würde sich die Gesellschaft bemühen, Kinder vor Armut zu schützen. Die Leistungen bei oberen Einkommen komplett auszusetzen, sei auch in Bezug aufs Pensionssystem nicht sinnvoll.
Untersucht wurden alle Transferleistungen, die Familien mit Kindern theoretisch zustehen. Was tatsächlich abgeholt wird, ist laut Prettenthaler "deutlich schwerer zu beantworten". Die Studie umfasse fast 300 einzelne Transferleistungen. Mit verschiedenen Konstellationen an Einkommen, Wohnort, Erwachsenen- und Kinderzahl wurden Steuer- und Transferkonten simuliert.
Bauer will Unterstützung und Leistung verbinden
Die Studie zeige, wie umfassend Familien unterstützt werden, sagte Familienministerin Claudia Bauer (vormals Plakolm, ÖVP): "Österreich hat ein breites und starkes System." Das Land befinde sich in einem "tiefgreifenden demografischen Wandel", so die Ministerin mit Blick auf die sinkenden Geburtenzahlen. Sie höre oft, Kinder zu bekommen sei kaum leistbar. Diese Sorge müsse die Politik "sehr ernst nehmen", sagte Bauer.
Gerade Familien mit niedrigem Einkommen und Alleinerziehende würden profitieren, betonte die Ministerin, das finde sie auch "richtig so". Gleichzeitig verbinde das System Unterstützung und Leistung. Erwerbstätigkeit solle gestärkt werden, so Bauer, wer mehr verdiene, solle auch "jedes Monat mehr Geld zur Verfügung haben".