Heftiger Schock

Nationalbankchef warnt vor Inflations-Peitsche wegen Iran-Krieg

OeNB-Gouverneur Kocher präsentiert Szenarien zu wirtschaftlichen Folgen. Bis zu 0,5 Prozentpunkte weniger Wachstum erwartet. Die Inflation könnte um einen Prozentpunkt steigen.

Der anhaltende Iran-Konflikt wird spürbare Auswirkungen auf die heimische Wirtschaft haben. Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) rechnet aufgrund gestiegener Energiepreise und hoher Unsicherheit mit einem geringeren Wirtschaftswachstum und einer höheren Teuerungsrate. OeNB-Gouverneur Martin Kocher betonte am Dienstag in Wien: "Von einer Rezession sind wir derzeit aber weit entfernt."

OeNB-Chefvolkswirt Wolf Heinrich Reuter präsentierte drei mögliche Szenarien für das Jahr 2026: Bleiben die Energiepreise entsprechend den aktuellen Markterwartungen vorübergehend hoch, würde das österreichische Wachstum um 0,25 Prozentpunkte niedriger ausfallen als bisher erwartet. Gleichzeitig würde die Inflation um 0,5 Prozentpunkte steigen. Verharren die Preise für Öl und Gas jedoch bis Jahresende auf einem anhaltend hohen Niveau, erwartet die Notenbank Einbußen beim Wachstum von 0,5 Prozentpunkten und einen Anstieg der Inflation um einen vollen Prozentpunkt.

Kocher sieht keine Rezessionsgefahr

Ein rasches Ende der kriegerischen Auseinandersetzungen würde die Wirtschaftsleistung und die Preisentwicklung in Österreich hingegen kaum belasten. Trotz der angespannten Lage sieht Kocher keine Gefahr eines starken wirtschaftlichen Einbruchs. "Ich sehe im Moment für Österreich und für die Europäische Union keine Rezession", sagte er. Vergleiche mit historischen Krisen seien aufgrund der veränderten Voraussetzungen verfrüht.

Mit Blick auf die anstehende Zinssitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) in der kommenden Woche mahnte Kocher zur Besonnenheit. Es sei entscheidend, "nicht überhastet zu handeln, sondern genau zu überlegen", betonte der Gouverneur. Die EZB sei aber darauf vorbereitet, rasch und klar auf die Situation zu reagieren.

Eine aktualisierte, detaillierte Konjunkturprognose wird die OeNB am 24. März veröffentlichen.

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