Große Pläne

SpaceX will Turbo-Börsengang und in den Nasdaq 100

SpaceX könnte mit über einer Billion Dollar bewertet werden

Das Raumfahrtunternehmen SpaceX von US-Milliardär Elon Musk favorisiert für seinen geplanten Rekord-Börsengang die US-Technologiebörse Nasdaq. Eine Bedingung sei jedoch die schnelle Aufnahme in den Index Nasdaq 100. SpaceX strebe eine Bewertung von rund 1,75 Billionen Dollar an und wäre damit auf einen Schlag das sechstgrößte Unternehmen in den USA, hieß es weiter. Es könnte sich um den größten Börsengang aller Zeiten handeln. 

Möglich machen soll den schnellen Aufstieg eine neue, von der Nasdaq vorgeschlagene Regel. Demnach könnte ein neu an der Börse notiertes Unternehmen bereits nach weniger als einem Monat in den Index aufgenommen werden, wenn seine Marktkapitalisierung zu den 40 größten Mitgliedern gehört.

Die Aufnahme in einen wichtigen Index wie den Nasdaq 100 gilt als erstrebenswert, da sie Unternehmen Zugang zu großen institutionellen Investoren wie Indexfonds verschafft. Dies erhöht die Liquidität der Aktie und kann helfen, Verkäufe von Großaktionären nach Ablauf von Haltefristen besser abzufedern.

Auch die New Yorker Börse NYSE bemüht sich um den Börsengang von SpaceX. Eine Entscheidung sei noch nicht gefallen. Reuters hatte bereits zuvor berichtet, dass SpaceX einen Börsengang bereits im Juni anstreben könnte. Eine Stellungnahme von SpaceX lag zunächst nicht vor. Der Börsengang von SpaceX dürfte der Höhepunkt eines erwarteten starken Jahres für Neuemissionen werden, in dem auch Debüts von KI-Firmen wie OpenAI und Anthropic erwartet werden.

Wettrennen mit Amazon-Gründer

Der Vorstoß von SpaceX ist Teil eines neuen Wettrennens ins All, das von mehreren Milliardären und privaten Firmen vorangetrieben wird. Dazu zählt neben SpaceX auch Blue Origin von Amazon-Gründer Jeff Bezos. Da die US-Raumfahrtbehörde Nasa zunehmend auf kommerzielle Partnerschaften setzt und die Verteidigungsausgaben steigen, entwickelt sich die Raumfahrtindustrie zu einem strategisch hoch relevanten Feld - sowohl für technologische Führungsansprüche als auch für nationale Sicherheit und wirtschaftliche Chancen.

Satelliten von SpaceX im Orbit – sie senden offenbar auf ungewöhnlichen Frequenzen 

Satelliten von SpaceX im Orbit – sie senden offenbar auf ungewöhnlichen Frequenzen 

© getty

Weitere Börsengänge in Sicht

Der Börsengang fällt in eine Phase, in der sich der Markt für Neuemissionen nach einer dreijährigen Durststrecke erholt. Dem Datenanbieter Crunchbase zufolge ist SpaceX das zweitwertvollste nicht-börsennotierte Start-up der Welt nach dem ChatGPT-Entwickler OpenAI.

Auch OpenAI und der Rivale Anthropic sollen Berichten zufolge Gespräche über einen Börsengang im kommenden Jahr führen. "Sollten all diese Transaktionen zustande kommen, wird der US-IPO-Markt eine echte Wiederbelebung erleben, deren erste Anzeichen bereits in diesem Jahr zu sehen waren", sagte Samuel Kerr, Leiter für Aktienmärkte bei Mergermarket. "SpaceX stellt eine der aufregendsten Gelegenheiten auf dem globalen IPO-Markt dar und steht seit Jahren auf der Wunschliste vieler Investoren."

Analysten sehen Risiken

Bisher erreichte nur der saudi-arabische Ölkonzern Saudi Aramco bei seinem Börsendebüt 2019 eine Bewertung von mehr als einer Billion Dollar. Medienberichte über einen Aktienverkauf, der SpaceX mit 800 Mrd. Dollar bewerten würde, hatte Musk am Samstag als falsch zurückgewiesen. Die Agentur "Bloomberg" hatte am Dienstag unter Berufung auf Insider berichtet, SpaceX strebe eine Bewertung von rund 1,5 Billionen Dollar an und wolle bei dem Börsengang deutlich mehr als 30 Mrd. Dollar einnehmen. Dazu hatte sich Musk nicht geäußert.

Analysten weisen auf mögliche Risiken hin. Investoren könnten Bedenken haben, dass Musk mehrere milliardenschwere Konzerne gleichzeitig führe. "SpaceX könnte eine der umstrittensten Aktien sein, die seit Jahren an die Börse kommen", sagte Dan Coatsworth, Marktstratege bei AJ Bell. Es sei schwer vorstellbar, wie eine Person gleichzeitig zwei derart wertvolle Unternehmen leiten könne. Daher könnte auf Musk zusätzlicher Druck zukommen, sich auf eines seiner börsennotierten Unternehmen - Tesla oder SpaceX - zu konzentrieren. Musk ist zudem noch mit anderen Unternehmen aktiv.

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