Online-Abstimmung
Grüne Tiroler Landesversammlung mit Spitzenkandidaten-Kür begonnen
25.04.2026
Nach Online-Abstimmung zwischen Mair und Weratschnig bei Landesversammlung in Schwaz - Sieger wird Spitzenkandidat und Landessprecher - Ergebnis steht am späten Vormittag fest
Schwaz/Innsbruck. Die Tiroler Grünen haben am Samstag in Schwaz ihre 56. Landesversammlung begonnen und wollen dabei den Spitzenkandidaten für die Landtagswahl im Herbst 2027 und damit auch den Landessprecher küren. Zuvor hatten rund 460 grüne Mitglieder seit Montag in einer Online-Wahl die Möglichkeit, ihre Stimme entweder für Amtsinhaber und Klubchef Gebi Mair oder seinen Herausforderer, Ex-Nationalrat Hermann Weratschnig, abzugeben. Am späten Vormittag soll das Ergebnis verkündet werden.
Rund 90 grüne Mitglieder fanden Samstagfrüh bei traumhaftem Frühlingswetter ihren Weg in die Silberstadt. Vor dem offiziellen Beginn wurde im Foyer der Veranstaltungsstätte "SZentrum" bereits intensiv über den möglichen Ausgang des "Duells" diskutiert. Eigentlich war der 42-jährige Mair bis vor Kurzem nicht davon ausgegangen, bei der Landesversammlung Konkurrenz zu erhalten. Der 50-jährige Schwazer Gemeinderat Weratschnig gab schließlich erst zum Ende der Bewerbungsfrist bekannt, sich der Wahl zu stellen. Damit treten zwei grüne Langzeit-Politiker gegeneinander an. Mair erreichte bei der letzten Landessprecher-Wahl lediglich 67,6 Prozent. Nun warb er mit sich als "Zugpferd an der Spitze", Weratschnig wiederum führte seine "Erfahrung" ins Treffen und wollte die Öko-Partei als möglicher Regierungspartner nach der Wahl positionieren.
Zadić: Tiroler Landtagswahl "extrem wichtig"
Bei der Landesversammlung selbst werden Mair und Weratschnig keine längere Bewerbungsrede mehr halten, der Sieger wird jedoch nach der Verkündung des Ergebnisses länger zu Wort kommen. Die stellvertretende Bundessprecherin und Ex-Justizministerin Alma Zadić war indes als Vertreterin der Bundespartei angereist. Die Landtagswahlen in Tirol und Oberösterreich im Jahr 2027 bezeichnete sie - nach einer relativ langen, wahlfreien Zeit - als "extrem wichtig für Österreich und uns Grüne". Als Grund nannte sie das Erstarken von rechten Parteien, FPÖ-Chef Herbert Kickl sitze schließlich "siegessicher im Parlament". Die Grünen seien "die einzigen, die sich gegen die FPÖ stellen."
In der aktuellen ÖVP/SPÖ/NEOS-Bundesregierung spüre man zudem, "dass die Grünen fehlen". "Man zwingt uns wieder zurück in die fossile Abhängigkeit", meinte sie. Man habe außerdem das Gefühl, dass die ÖVP in einer "Alleinregierung" sei, von SPÖ und NEOS spüre man wenig. "Bei den Ärmsten und in der Mitte wird gekürzt".
Spitzenkandidat und Landessprecher in Personalunion
Erstmals kommt bei der Landesversammlung eine im Vorjahr beschlossene Statutenänderung zur Anwendung: Der Spitzenkandidat wird gleichzeitig Landessprecher sein. Die nächste Landessprecherwahl findet dann planmäßig in drei Jahren statt, wobei nicht zwingend erneut ein Spitzenkandidat gewählt werden muss. Keine Neuerung für die Tiroler Grünen ist indes die Online-Wahl. Bereits bei der Spitzenkandidatenwahl für die Landtagswahl 2022 sowie bei der Listenerstellung für die Nationalratswahl 2024 setzte die Partei auf diese Art der Stimmabgabe. Damit soll eine höhere Wahlbeteiligung erreicht werden.
Bei der Wahl zur Spitzenkandidatur im Jahr 2022 war noch ein Duo gewählt worden. Mair trat damals mit der Landtagsabgeordneten Petra Wohlfahrtstätter gegen die damalige Soziallandesrätin Gabriele Fischer und den Landtagsabgeordneten Georg Kaltschmid an. Bei der Landtagswahl selbst verlor man schließlich 1,47 Prozentpunkte und fuhr ein Ergebnis von 9,20 Prozent ein. Dies bedeutete gleichzeitig den Wechsel von der Regierungs- auf die Oppositionsbank. Zuvor hatten die Grünen neun Jahre lang mit der ÖVP regiert.