Lobbyist schlägt zurück

Hochegger 
klagt KHG auf 32 Millionen

18.06.2014

Hochegger gegen Grasser. Der Ex-Lobbyist klagt nun den Ex-Minister.

Zur Vollversion des Artikels
Zur Vollversion des Artikels

Der einst mächtigste Lobbyist Österreichs, Peter Hochegger, zieht vor Gericht. Er will jene 32 Millionen Euro, die er unter anderem durch die Strafe nach der Verurteilung rund um die Buwog-Provision verloren hat, wieder zurück. Und das mittels einer Schadenersatzklage gegen seine Ex-Business-Partner.

Meischi und KHG
Der prominenteste: Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser. Er soll, so Hochegger, ein abgekartetes Spiel gespielt haben. Nämlich: die 60.000 Buwog-Wohnungen 2009 an jenes Konsortium zu verkaufen, das man bereits im Vorfeld zum Sieger gemacht habe. Weil es „die Politik gerne hätte“, so Hochegger, der auch dem damaligen ÖVP-Obmann Wilhelm Molterer eine Schlüsselrolle zuschreibt. Die anderen mächtigen Player: neben KHG Walter Meischberger, Ernst Karl Plech, die Immofinanz und die Raiffeisenbank OÖ (es gilt die Unschuldsvermutung).

Opfer Hochegger?
20 Seiten umfasst das Schriftstück, das Grasser belastet und Hochegger als Opfer darstellt, das auch noch verurteilt wurde. Sein Anwalt Karl-Heinz Plankel: „Man sieht, wie das System in Österreich funktioniert. Hochegger war Teil dieses Systems, wurde von ihm benutzt und ausgespuckt. Jetzt bleibt er übrig und das ist nicht rechtens“, sagt er in News. Für Manfred Ainedter, Grassers Anwalt, ein „absurder Höhepunkt“.

Verfahrenshilfe
Die Grüne Gabriela Moser sieht in den Aussagen Hocheggers hingegen den Beweis für das „abgekartete Spiel der Buwog“. Sie fordert nun strengere Anti-Korruptionsregeln.

Ob die Klage wirklich vor Gericht landet, entscheidet das Wiener Landesgericht für Zivilsachen. Hochegger hat um Verfahrenshilfe angesucht, er wurde 2013 wegen Untreue zu 30 Monaten Haft verurteilt (nicht rechtskräftig) und hat kein Geld mehr für einen Prozess.

(hab)

Das sagt Grassers Anwalt

ÖSTERREICH: Peter Hochegger will Karl-Heinz Grasser klagen – es geht um 32 Millionen. Überrascht?
Manfred Ainedter: Also noch habe ich diese Klage gar nicht gesehen, aber es ist sicher der absolute Höhepunkt an Absurditäten.

ÖSTERREICH: Und was werden Sie tun? Ebenfalls klagen?
Ainedter: Wie gesagt, ich versuche gerade erst, von Hocheggers Anwalt das Schriftstück zu kriegen. Aber ich schließe natürlich nichts aus.

ÖSTERREICH: Hochegger beschreibt den Buwog-Deal als abgekartetes Spiel und sich selbst als Opfer des Systems …
Ainedter: Diese Aussage richtet sich ja wohl von selbst. B. Haas

Zur Vollversion des Artikels
Weitere Artikel