Brisanter Prozess

Grasser kämpft hart gegen Ex-Berater

Vergleich zwischen KHG und seinem Ex-Steuerberater Haunold scheiterte.

Unter großem Medieninteresse hat heute, Donnerstag, am Handelsgericht Wien der Zivilprozess von Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser gegen das Beratungsunternehmen Deloitte und Grassers früheren Steuerberater Peter Haunold begonnen. Nachdem ein Vergleich zwischen beiden Parteien scheiterte, wird die Verhandlung im Sommer fortgesetzt.

412.284,88 Euro Schadensersatz gefordert
Grasser verlangt von seinen Ex-Beratern exakt 412.284,88 Euro Schadenersatz: Weil die Justiz wegen Steuerhinterziehung ermittelt und ihm eine Millionenstrafe sowie Haft drohen. Richter Manuel Friedrichkeit hat einen Vergleich anbeoten, jedoch schlugen beide Parteien diese Möglichkeit aus. Sie wollen weiter kämpfen.

Diashow: Grasser klagt seinen Ex-Steuerberater

Karl Heinz Grasser mit seinem Anwalt Ex-Justizn´minister Dieter Böhmdorfer.

Richter Manuel Friedrichkeit führt den Vorsitz.

Richter Manuel Friedrichkeit führt den Vorsitz.

Der Beklagte Ex-Steuerberater Grassers Peter Haunold.

Der Beklagte Ex-Steuerberater Grassers Peter Haunold vor Porzessbeginn.

KHG kommt bei Gericht an und...

...wird von unzähligen Medienvertretern erwartet.

KHG gibt Interviews.

KHG vor Prozessbeginn.

KHG vor Prozessbeginn.

Am 14. Juli soll Grasser als Zeuge vernommen werden, am 15. Juli folgt dann Haunolds Aussage. Sollten diese beiden Tage nicht ausreichen, wird auch noch am 16. Juli weiterverhandelt. Auf der Zeugenliste steht auch Grassers Frau Fiona. Ob sie kommt und tatsächlich aussagen muss, ist derzeit noch nicht klar.

Erster öffentlicher Auftritt von Grasser seit langem
Der Kläger Grasser kam persönlich, obwohl er nicht vom Gericht geladen war. Gegenüber den zahlreichen Medienvertretern gab Grasser vor Beginn des Prozesses keine Stellungnahme ab.

Nächste Seite: Der LIVE-Ticker zum Grasser-Prozess zum Nachlesen!

 

11:48 Uhr: Die Verhandlung ist zu Ende!

11:42 Uhr: Neuer Termin: Grasser sagt am 14. Juli als Zeuge aus, am 15. Juli steht dann Haunolds Zeugenaussage am Programm. Sollte noch ein Tag notwendig werden, wird der 16. dafür  herangezogen.

11:36 Uhr: Die Parteien sind kampfbereit. Wäre ein Vergleich denkbar, fragt der Richter. Alle lächeln milde: „NEIN“.

© APA/Hochmuth
Grasser kämpft hart gegen Ex-Berater
× Grasser kämpft hart gegen Ex-Berater

(c) APA/Hochmuth: Karl Heinz Grasser vor Beginn der Verhandlung am Handelsgericht in Wien

11:23 Uhr: Die Liste der Zeugen wird gerade verlesen. Auch Grassers Frau Fiona ist dabei.
Böhmdorfer fragt den Richter: "Warum brauchen Sie die Frau Grasser?"
Richter: Na, Sie haben doch beantragt, Sie haben gesagt, sie brauchens, ich lese das nur vor."
Böhmdorfer: "Aha, das werden wir noch klären."

11:17 Uhr: Jetzt folgt ein Streit um Beweismittel: Der Handakt! Haunold will ihn nicht hergeben. Böhmdorfer versteht die Welt nicht mehr: "Was sind Sie für ein Steuerberater, wenn ich meinen eigenen Akt nicht kriege?", herrscht er Haunold an.

11:10 Uhr: Die Parteien können sich auf keinen Streitwert einigen. Der Richter setzt den Streitwert bei zwei Millionen Euro fest und kommt damit Haunolds Forderung nach. Böhmdorfer wollte den Streitwert bei 35.000 Euro ansetzen.

11:05 Uhr: Es wird heiter. Böhmdorfer macht Scherze über die zusätzliche Aufschlüsselung. Es wird festgehalten: "Das muss noch für das Gericht plausibel aufgeschlüsselt werden."

11:00 Uhr: Es geht jetzt um die überhöhten Beratungshonorare. Es sollen 283.000€ gewesen sein, doch der Richter kommt nur auf 271.000€. Böhmdorfer sagt, dass sie manche Rechnungen nicht hatten, weil Haunold diese wohl absichtlich zurückgehalten habe. Es herrscht etwas Verwirrung. Daraufhin sagt Böhmdorfer: "Wir werden das unbürokratisch aufklären."

10:56 Uhr: Herbst gesteht Echtheit und Richtigkeit der Urkunden zu, ohne Zusatz. Der Richter will einmal einen Überblick. Wie sind Beratungen abegelaufen? Wer war federführend? Wie war das wirklich?

10:52 Uhr: Grassers Anwalt Böhmdorfer legt Haunold die erste auf: Echtheit des Protokolls ja, die Richtigkeit allerdings nicht. Er spricht von Oberflächlichkeit und mangelnder Kompetenz.

10:41 Uhr: Jetzt herrscht Verwirrung darüber, welche Protokolle verlesen werden dürfen. Grassers Anwalt Böhmdorfer lässt zwei nicht zu, wegen Ungleichgewicht. Bis jetzt geht es um viele Formsachen, wenig Inhaltliches bislang.

10:33 Uhr: Die Vernehmungsprotokolle werden verlesen. Der Richter will sein Programm bis 11:30 Uhr durchziehen und wirkt entschlossen, die schwierigen Mandanten im Zaum zu halten.

10:23 Uhr: Grasser wirkt gut erholt – aber auch sehr konzentriert. Der Richter ist am Wort. Grassers Anwalt Böhmdorfer antwortet.

10:17 Uhr: Grasser trägt einen blauen Anzug, edel. Seine Frisur sitzt. Er wirkt gelassen. Jetzt wird über den Streitwert gestritten.

10:09 Uhr: Christoph Herbst ist für Deloitte der Anwalt.

10:04 Uhr: Karl Heinz Grasser ist da. Es folgt ein Blitzlichtgewitter. KHG ist jedoch recht schweigsam und lässt sich nur zu einem kleinen Statement hinreißen: "Vor der Verhandlung will ich nichts sagen."

10:02 Uhr: Der Beklagte Peter Haunold ist jetzt da. Der Ex-Steuerberater von Grasser lässt sich fotografieren. Sonst ist er eher schweigsam.

09:57 Uhr: Die Tagsatzung soll heute 1,5 Stunden  dauern. Grasser ist übrigens nicht selbst geladen. Er hat aber das Recht zu erscheinen.

09:51 Uhr: Es wird jetzt hektisch. Der Saal füllt sich. Dutzende Medienvertreter sind da. Alle gehen übrigens davon aus, dass KHG heute kommt.

09:20 Uhr: Die ersten Journalisten sind bereits vor Ort. Die wichtigste Frage bleibt weiterhin: Kommt Grasser selbst?

09:12 Uhr: Verhandelt wird heute im Handesgericht Wien im Saal 708.

08:49 Uhr: Als Rechtsbeistand hat sich Grasser den Ex-Justizminister Dieter Böhmdorfer geholt. Er war mit KHG auf der Regierungsbank.

08:26 Uhr: Gestern zeigte sich Grasser noch völlig unbeeindruckt vom bevorstehenden Prozess und spazierte mit einer Aktentasche durch die Mariahilfer Straße.

08:00 Uhr: Grasser begründet seine Klage damit, dass Haunold & Deloitte jenes Firmenkonstrukt mit Birefkastenfirmen in Steueroasen entworfen hätten, das ihn jetzt in die Bredouille bringt.

07:30 Uhr: Der ehemalige Finanzminister klagt seinen Steuerberater auf 412.285 Euro. Ob er selbst vor Gericht erscheint, ist noch nicht sicher, wie KHG gegenüber ÖSTERREICH erklärte.



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