Lange Befragung
Mitangeklagter im Wöginger-Prozess: Das war "nicht okay"
03.03.2026Die Einvernahme der Angeklagten am Landesgericht Linz geht heute weiter. August Wöginger steht kurz nach Mittag eine lange Befragung bevor.
Bald steht August Wöginger vor der Richterin. Die unterzieht gerade B., den Mitangeklagten, einer langen Befragung. Der Klubobmann der ÖVP August Wöginger wartet auf seine Befragung. Er ist bereits frühmorgens durch den Metalldetektor des Landesgerichts gekommen, berät sich innig mit seinem Anwalt Michael Rohregger. Der Klubobmann wirkt gezeichnet, der Prozess wegen mutmaßlichen Postenschachers war ursprünglich mit einer Diversion (rund 40.000 Euro) beendet worden, doch das Justizministerium unter Ministerin Anna Sporrer (SPÖ) ließ das Ganze neu aufrollen.
Heute steht August Wöginger ab Mittag eine lange Befragung bevor. Zuerst wird noch die Einvernahme des mitangeklagten Gewerkschafters B. weitergeführt. B. sagt, dass die Bepunktungen in Hearings "unter einem gewissen Zeitdruck" erfolgen. Man müsse vielen Bewerber in vielen Aspekten bewerten, da sei mitunter nicht jede Bepunktung "völlig zu Ende gedacht". Das sei "menschlich verständlich", behauptet B. auf der Anklagebank vor der Richterin.
"Nicht okay"
B. sagt ebenfalls, er habe 2017 nicht mitbekommen und auch nicht gewusst, dass der Bürgermeister sich mit seinem Postenwunsch an Wöginger gewandt hatte. Das habe er erst durch den Ermittlungsakt der WKStA erfahren.
Die Richterin fragt nach. B antwortet: "Das war überraschend und meiner Meinung nach nicht okay."
Bald spricht Wöginger
August Wöginger und zwei Finanzbeamte in der "Postenschacher"-Affäre wird vorgeworfen, einen ÖVP-Bürgermeister wegen dessen Parteizugehörigkeit in den Vorstandssessel des Finanzamts Braunau gehievt zu haben. Um sich ein besseres Bild von den Vorgängen zu machen, befragt das Gericht die Angeklagten getrennt voneinander.