Medienanalyse

Bablers 93.600-Euro-Studie: Neue Ungereimtheiten aufgetaucht

15.04.2026

oe24 berichtete vor knapp zwei Monaten über eine Medienstudie für 93.600 Euro im Medienressort von Andreas Babler. Jetzt tauchen neue Ungereimtheiten auf. 

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© APA/ROLAND SCHLAGER
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Der oe24-Bericht schlug im Februar hohe Wellen: SPÖ-Medienminister Andreas Babler beauftragte das "Medienhaus Wien" von Andy Kaltenbrunner - er gilt als SPÖ-nah - für die Erstellung einer Studie zu Medienförderungen. Mit 93.600 Euro lag der Betrag auch unter der Grenze von 143.000 Euro, unter der keine Ausschreibung erfolgen muss. 

Und genau da hakt nun auch ein Bericht der "Presse" ein. Denn bei der Beauftragung durch Direktvergabe dürfte es zu einigen Ungereimtheiten gekommen sein. „Die Einladungen zur Angebotslegung wurden im September und im Oktober 2025 an sieben Unternehmen versandt“, heißt es aus dem Ressort zu der Zeitung. 

Kaum Zeit für Bewerbung 

Allerdings erhielten manche die Einladung zur Ausschreibung erst am 20. Oktober - die Einreichefrist endete aber bereits am 29. Oktober. Binnen so kurzer Zeit ohne Vorkenntnisse der konkreten Inhalte sei es schwierig, eine aussichtsreiche Bewerbung zu entwickeln, berichten mehrere Personen der "Presse". Zudem seien die Anforderungen "äußerst spezifisch und konkret" gewesen. Dementsprechend wurden auch nur zwei Angebote gelegt. 

Zehn Tage nach der Einreichefrist gab Babler übrigens bereits grünes Licht für die Vergabe an das "Medienhaus Wien". Das Ressort verteidigt die Vergabe jedenfalls: „Das Angebot von Medienhaus Wien wurde als das wirtschaftlich und inhaltlich günstigere beurteilt“.

Verbindung ins Babler-Kabinett 

Und auch Kaltenbrunner sieht keine Ungereimtheiten: „Wir haben die Einladung am 10. September erhalten und am 19. September eingereicht“. Und auch einen Interessenskonflikt - das Medienhaus Wien erhält selbst RTR-Förderbeträge - sieht er auch nicht. Denn: "Dann dürften auch Medien nicht über die Medienförderung schreiben“.

Eine weitere Verbindung - oe24 berichtete bereits im Februar darüber - gibt es ins Kabinett von Babler. Denn: Ein Kabinettsmitarbeiter schrieb vor mehreren Jahren seine Masterarbeit zum Thema Medienförderung bei Kaltenbrunner.