im April 2026
Preis-Schock für Urlauber: Barcelona verdoppelt die Touristensteuer
09.03.2026Wer für 2026 einen Städtetrip in die katalanische Hauptstadt plant, muss sich auf deutlich höhere Kosten einstellen. Nach massiven Anti-Tourismus-Protesten zieht Barcelona nun drastische Konsequenzen.
Gaudí-Architektur, traumhafte Strände und pulsierendes Nachtleben: Jeder, der schon einmal in Barcelona war, weiß um die Magie dieser Stadt. Doch die Liebe zu Barcelona hat einen hohen Preis und den zahlen die Einheimischen. Nach einem Rekordjahr mit 15,8 Millionen Besuchern im Jahr 2025 und großen Anti-Tourismus-Protesten im vergangenen Sommer, greift die Stadtverwaltung nun hart durch.
Das erklärte Ziel: Den Massentourismus bremsen und die extreme Wohnungsnot der Einheimischen lindern. Dafür wird die Touristensteuer ab April 2026 verdoppelt!
So tief müssen Urlauber jetzt in die Tasche greifen
Wer in Barcelona übernachten will, wird künftig ordentlich zur Kasse gebeten. Um die Besucherzahlen rechtzeitig vor der heißen Sommersaison zu drosseln, treten im April die neuen Tarife in Kraft und die haben es in sich:
- Ferienwohnungen (Kurzaufenthalte): Hier klettert die Abgabe von 6,25 Euro auf stolze 12,50 Euro pro Nacht.
- Hotels: Hier gibt es den stärksten Preissprung! Je nach Sterne-Kategorie zahlen Hotelgäste künftig zwischen 10 und 15 Euro pro Person und Nacht (eine Erhöhung um 5 bis 7,50 Euro).
Konkret bedeutet das: Wer ein Wochenende (zwei Nächte) in einem typischen 4-Sterne-Hotel verbringt, zahlt künftig 11,40 Euro pro Person und Nacht, das sind satte 45,60 Euro Steuern, die auf die Rechnung aufgeschlagen werden. Im 5-Sterne-Tempel werden sogar 15 Euro pro Kopf und Nacht fällig.
Das Kuriose: Ausgerechnet Kreuzfahrtpassagiere, die oft massiv zur Überfüllung der Innenstadt beitragen, kommen weiterhin vergleichsweise günstig weg. Für sie bleibt die Gebühr bei etwa 6 Euro.
Gegen die Wohnungsnot
Die Steuererhöhung ist nur ein Puzzleteil in Barcelonas radikalem Plan gegen den Overtourism. Bereits Ende 2024 ließ die Stadt eine echte Bombe platzen: Bis 2028 sollen alle Ferienwohnungen in der Stadt komplett verboten werden. Man will den Wohnraum den Menschen zurückgeben, die tatsächlich dort leben und unter der Wohnungskrise leiden.
Wohin fließen die Millionen?
Durch die neuen Gebühren klingelt die Kasse der Region Katalonien gewaltig. Rund 100 Millionen Euro soll der neu ins Leben gerufene „Tourismus-Reinvestitionsfonds“ in diesem Jahr in die Kassen spülen. Ein Teil des Geldes soll direkt in die Wohnungsbaupolitik Kataloniens fließen, um der Immobilienkrise entgegenzuwirken. Die anderen Einnahmen sollen genutzt werden, um den öffentlichen Nahverkehr zu verbessern, Sicherheitsmaßnahmen zu verstärken und Nachhaltigkeitsinitiativen in genau den Vierteln zu fördern, die am meisten unter dem Ansturm leiden.