Cup-Finale
2:0 gegen Austria: Bullen holen Double
Red Bull Salzburg hat das Double erfolgreich verteidigt. Die Truppe von Chefcoach Adi Hütter ließ dem Meistertitel am Mittwochabend den Sieg im ÖFB-Cup folgen. Die "Bullen" setzten sich in einem spannenden Endspiel im Klagenfurter Wörthersee-Stadion gegen die Wiener Austria mit 2:0 nach Verlängerung durch. Für die Entscheidung sorgten Stürmerstar Jonatan Soriano (95.) und Felipe Pires (108.).
Die Salzburger brachten trotz einer Roten Karte für Goalie Peter Gulacsi (41.) als dritte Mannschaft in der Geschichte das Kunststück zuwege, zwei Jahre hintereinander den Titel im Cup und in der Liga zu holen. Sonst hatten das Double bisher nur Rapid (1920) und die Austria (1963) mit Erfolg verteidigt. Für Soriano war es der 46. Treffer im 50. Saison-Pflichtspiel, er entschied damit nicht nur die Torschützenwertung in der Liga (31 Tore), sondern auch jene im Cup gemeinsam mit seinen Clubkollegen Marcel Sabitzer sowie dem im Winter abgewanderten Alan (je 7) für sich.
+++ Gulacsi: Abschied mit Horror-Foul +++
Das direkte Duell am Sonntag in der Generali-Arena zum Abschluss der 36. Bundesliga-Runde hatte wie angenommen wenig Aussagekraft für die personelle Besetzung der Teams im Cup-Finale. Salzburg-Trainer Adi Hütter nahm gegenüber dem leistungsgerechten 1:1 am Wochenende gleich sechs Veränderungen vor, so rückten Gulacsi, Abwehrchef Martin Hinteregger, Naby Keita, Valon Berisha, sowie das Sturm-Topduo Soriano und Marcel Sabitzer in die Anfangsformation. Bei der Austria gab es durch die Hereinnahme von Patrizio Stronati, Mario Leitgeb, David de Paula und Alexander Gorgon vier Veränderungen.
Bullen diktieren Spiel
Die "Bullen" gaben erwartungsgemäß von Beginn an klar das Tempo vor, waren den Wienern spielerisch überlegen. Top-Torchancen waren aber auch aufseiten des Meisters Mangelware. Andre Ramalho gefährdete Austrias Torsperre im Cup erstmals mit zwei Kopfbällen (12., 23.), wobei Berisha am zweiten Versuch aus bester Position knapp vorbeirutschte. Berisha war es auch, der die beste Chance ausließ, indem er einen Kopfball neben das Tor setzte (25.). Der Norweger war vorerst der gefährlichste Akteur im Salzburg-Dress, das Sturmduo Soriano/Sabitzer hatte die Austria-Abwehr gut im Griff.
Austria bleibt Hands-Elfer verwehrt
Die Wiener selbst kamen nur selten dazu, Gegenstöße zu lancieren, hatten in der 30. Minute aber trotzdem großes Pech. Salzburgs Duje Caleta-Car wehrte eine Gorgon-Hereingabe mit der Hand in den Corner ab, der fällige Elfmeterpfiff von Schiedsrichter Oliver Drachta blieb aber zum Ärger der Austria aus. Elf Minuten später rückte der österreichische Top-Referee wieder in den Mittelpunkt, diesmal machte er aber alles richtig.
Blackout von Bullen-Goalie Gulacsi
Salzburg-Goalie Gulacsi sprang bei einem Klärungsversuch außerhalb des Strafraums mit dem gesamten Körper in Austrias De Paula hinein und sah für diese rüde Attacke völlig zurecht die Rote Karte (41.). Für den Ungarn war es also ein bitterer, wohl letzter Auftritt im Dress der Salzburger, er soll ja zum deutschen Zweitligisten RB Leipzig wechseln. Hütter musste reagieren, brachte Alexander Walke für Takumi Minamino. Auf der anderen Seite konnte De Paula zwar noch kurz weitermachen, musste aber zur Pause mit einer Gehirnerschütterung in der Kabine bleiben.
Austria Wien - RB Salzburg 0:2 n.V. (0:0)
Tore: Soriano (95.), Pires (108.)
Austria: Lindner - F. Koch, Rotpuller, Stronati, Suttner - Ramsebner, M. Leitgeb (71. Holland) - Gorgon (81. Zulechner), A. Grünwald, De Paula (46. Royer) - Kvasina
Salzburg: Gulacsi - Ankersen, Caleta-Car, Hinteregger, Schmitz - Minamino (43. Walke), Ramalho, Keita, V. Berisha (100. Quaschner) - Soriano, Sabitzer (81. Pires)
Gelb-rote Karte: Rotpuller (122.)
Rote Karte: Gulacsi (41.)