Rapid-Krise

Schaub & Kopfwäsche: Canadi erklärt sich

04.04.2017

Schaub-Eklat, Kopfwäsche, Team-Klima: Rapid-Trainer spricht Klartext

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Damir Canadi präsentierte sich am Dienstag offen wie nie: Vor dem Cup-Viertelfinale in St. Pölten sprach der Trainer des SK Rapid Klartext. In der Pressekonferenz nahm er zu einigen Brennpunkten Stellung: Gab es ein Kopfwäsche von der Chefetage? Wie ist die Beziehung zur Mannschaft? Wo hat er selbst Fehler gemacht? Und was sagt er zum vermeintlichen Eklat mit Louis Schaub?

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Der 46-jährige Wiener, mit einem Punkteschnitt von 0,80 pro Partie der schlechteste Coach der Klub-Historie und 2017 noch ohne Erfolg, spricht vor dem Schicksalsspiel (Di., 20:30 Uhr im oe24-LIVE-TICKER) Klartext.

Damir Canadi über …

… die aktuelle Situation: "Wir haben Mario Sonnleitner verloren. Er hat Fieber hat und fühlt sich nicht stark genug für Mittwoch. Manuel Thurnwald ergänzt somit den Kader, der sonst gleich geblieben ist. Aus dem letzten Spiel gegen St. Pölten konnten wir viel mitnehmen. Die erster Halbzeit war sehr ordentlich, leider haben wir es verabsäumt, dort anzuknüpfen. Nach dem Gegentreffer konnte man die Verunsicherung spüren. Es ist uns in der Kabine nicht gelungen, die Spieler aufzurütteln. Das ist nicht unnormal, wenn du unten steckst. Als Tabellenführer gehst du anders mit Rückschlägen um."

… den Einbruch nach der Pause: "Wir haben unser Freilaufverhalten nicht so gestaltet, wie wir uns das vorgestellt haben. Von der Balance waren wir gut aufgestellt. Nach vorne haben der Mut und die Mentalität gefehlt. Wir bringen in der jetzigen Situation nicht das nötige Selbstverständnis auf den Platz."

… die Mega-Krise: "Natürlich ist es keine leichte Situation für uns, für mich. Der Druck kommt, wenn man keine Spiele gewinnt. Gerade bei Rapid, wo man Siege erwartet. Mit dem musst du umgehen. Es wurde in der Länderspielpause analysiert. Jeder hat sich seine Gedanken gemacht. Ich habe keine Gehirnwäsche bekommen. Aber: Ich habe mich hinterfragt und gelernt. Wir hatten ein Kennenlernen - und dabei entstehen Konfliktphasen. So funktioniert das in einer Gruppe. Du brauchst Reibung, um irgendwann mal zu performen. Trotzdem habe ich in der Phase gewisse Fehler gemacht."

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… Streit mit der Mannschaft: "Ich denke sehr wohl, dass ich die Spieler erreiche. Wir hatten zuletzt gute Gespräche und trainieren gut. Gerade jetzt ist es wichtig, die Ruhe zu bewahren. Alles andere wurde in der Länderspielpause offen und ehrlich angesprochen. Ich hatte Zeit, mir anzusehen, wie ich in Interviews wirke. Und da muss ich sagen, dass ich oft emotional reagiert und über die Stränge geschlagen habe."

… den Eklat mit Schaub: "Den Bericht möchte ich klarstellen: Ich wünsche Louis Schaub und keinem Fußballer eine Verletzung. Wir im Betreuerstab lieben es, wie er in Eins-gegen-Eins-Duelle geht. Nur wollen wir das im letzten Drittel sehen nicht an der Mittellinie. Er kann nicht den Ball von der einen in die andere Hälfte tragen. Da ist die Verletzungsgefahr riesig. Und wenn jemand nicht gleich zuhört, versuche ich als Trainer denjenigen zu kitzeln und zu provozieren. Aber: Ich habe ihn weder zusammengefaltet, noch in irgendeiner Form beleidigt."

… die mediale Berichterstattung: "Ich bin nicht Trainer bei Rapid, um nur dankbar dafür zu sein. Es ist meine Aufgabe, hier etwas aufzubauen, die Mannschaft nach vorne zu bringen. Konflikte gehören da zum normalen Prozess, wenn Gruppen und Menschen zusammenkommen. Dass das Echo bei einigen Dingen so groß ist, damit habe ich nicht gerechnet. Jetzt kenne ich den Unterschied zwischen Altach und Rapid."

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