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Das könnte Rapid in Abstiegsnot bringen

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Hütteldorfer stecken in einer tiefen Krise. Eine Ursachenforschung:

Noch nie hatte Rapid Wien zum selben Zeitpunkt weniger Punkte, seit acht Spielen ist Grün-Weiß ohne Sieg. 2017 gab es überhaupt noch keinen Dreier. Für Damir Canadi, der mit einem Schnitt von 0,80 Punkten pro Spiel der schlechteste Trainer der Rapid-Geschichte ist, wird das ÖFB-Cup-Viertelfinale in St. Pölten (Mittwoch, 20:30 Uhr im oe24-LIVE-TICKER) zum Schicksalsspiel.

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Bei einer Niederlage wäre der Wiener wohl nicht mehr tragbar. Aber: Was muss sich ändern, damit die Mega-Krise ein Ende hat, der Rekordmeister nächsten Samstag in Ried nicht in den Tabellenkeller schlittert? Wir präsentieren die größten Baustellen:

Baustelle 1: Das neue System unter Canadi

Die Fünferkette ist bei den Rapidlern immer noch nicht verinnerlicht. Zu Hause gegen den SV Mattersburg ließ Canadi sieben (!) defensive Akteure in der Startelf auflaufen. Trotz mäßiger Ergebnisse scheint er von seinem System, das in Altach noch perfekt funktioniert hatte, nicht abzurücken, es stur durchziehen zu wollen.

Baustelle 2: Rapid vor dem Tor zu harmlos

Fünf Tore in sieben Frühjahrsspielen sind die Bilanz eines Absteigers. "So kann man keine Spiele gewinnen", ärgert sich Mittelfeld-Ass Stefan Schwab. In den 15 Spielen unter Canadi erzielten die Grün-Weißen gar nur einmal mehr als einen Treffer.

Baustelle 3: Grün-Weiß hadert mit Verletzten

In St. Pölten erwischte es Maximilian Hofmann. Ihm droht im Cup eine Zwangspause. Arnor Ingvi Traustason, Louis Schaub, Philipp Schobesberger und Ivan Mocinic fehlen weiterhin. Insgesamt fielen heuer schon 14 Rapid-Kicker aufgrund von Verletzungen mehrere Pflichtspiele in Serie aus.

© APA
Schobesberger

(c) APA

Baustelle 4: Rapid in der Fremde erfolglos

Zwei Auswärtssiege nach 27 Runden sind die wenigsten in der Klub-Geschichte. Die letzten sieben Spiele in der Fremde wurden nicht gewonnen, den letzten Dreier holte man Ende Oktober bei der Admira - noch unter Mike Büskens. In der Ära von Canadi ist man auswärts gar ohne Sieg. Hält die Bilanz in den beiden Schicksalsspielen in St. Pölten und in Ried an, ist in Hütteldorf Feuer am Dach.

Baustelle 5: Fans sind vermehrt unzufrieden

Trotz der Negativserie unterstützte der 12. Mann Rapid stets über 90 Minuten. So auch in St. Pölten. Nach dem Abpfiff wurden die Spieler weggeschickt, die Verabschiedung verweigert. Bleibt Grün-Weiß erfolglos, dürfte auch den Anhängern der Geduldsfaden reißen.

Baustelle 6: Zu viele Standard-Gegentore

In St. Pölten fing sich Rapid wieder ein Gegentor nach einem Standard. Insgesamt waren es fünf in den letzten fünf Spielen. Zum Vergleich: Rapids letztes Tor aus einem ruhenden Ball war im Februar.

Philipp Scheichl

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