Europacup

In der Verlängerung: Austria-Frauen verpassen historisches Halbfinale

Die Wiener Austria hat das historische erste Europacup-Halbfinale eines österreichischen Frauen-Fußballteams verpasst. Die Wienerinnen mussten sich Sparta Prag am Mittwoch im Viertelfinal-Rückspiel des Women's Europa Cup zu Hause mit 1:3 nach Verlängerung geschlagen geben.

Nach der regulären Spielzeit war es 1:1 gestanden. Das Hinspiel-Duell des österreichischen mit dem tschechischen Vizemeister hatte mit 0:0 keinen Sieger gebracht.

Die Austria gestaltete die Heimpartie vor 1.882 Zuschauerinnen und Zuschauern offener als jene vor einer Woche in Prag, bei der sie vor allem mit Defensivaufgaben beschäftigt war. Die beste Chance des vom Salzburger Michael Steiner betreuten tschechischen Tabellenführers vor der Pause, einen Schuss von Hallie Bergford, entschärfte ÖFB-Torfrau Jasmin Pal (30.). Auf der Gegenseite nahm sich Lena Triendl in einer vielversprechenden Umschaltsituation den Ball nicht richtig mit (45.).

Das Austria-Bollwerk um Kapitänin Carina Wenninger hielt lange Zeit. Nach einem Einwurf brachte das Team von Trainer Stefan Kenesei aber den Ball nicht weg. Antonie Starova traf mit einem für Pal verdeckten Schuss von der Strafraumgrenze (70.). Der heimische Bundesliga-Tabellenführer schlug zwei Minuten später aber schon zurück: Nach einem Corner von Modesta Uka irritierte Katharina Schiechtl am kurzen Eck die Sparta-Abwehr. Das Spielgerät gelangte zu Lotta Cordes, die aus kurzer Distanz einschoss (72.).

Sparta-Doppelschlag in der Verlängerung

20 Sekunden nach Beginn der Verlängerung verschätzte sich Pal bei einem Schuss von Michaela Khyrova, hatte aber Glück: Der Ball sprang an beide Stangen und von dort zurück ins Spielfeld. Sechs Minuten später kam der Nackenschlag. Nach einem Khyrova-Corner setzte sich Bergford gegen Virginia Kirchberger durch und köpfelte ein (97.). Khyrova sorgte noch vor dem Seitenwechsel der Extraschicht nach einem eigenen Ballgewinn gegen Wenninger und Cordes für die Entscheidung (105.).

"Es war wie erwartet ein harter Kampf, in dem die Kleinigkeiten entschieden haben", meinte Austria-Trainer Kenesei. Oftmals hätte man in dieser Saison das Momentum auf die eigene Seite ziehen können. "Heute waren sie bei den Standardsituationen und mit dem individuellen Abschluss um den Ticken besser." Mit der Verlängerung müsse man sagen, dass Sparta verdient weitergekommen sei. "Trotzdem sind wir stolz, dass wir in zweimal 90 Minuten nicht verloren haben." Das gelte auch für die gesamte Europacup-Premierensaison der Wienerinnen, betonte Kenesei. "Wir können megastolz sein. Wir haben uns von Spiel zu Spiel gesteigert, unsere Leistungen sind immer besser geworden."

Nach dem Aus in der Champions-League-Quali gegen Paris FC hatten sich die Violetten im Women's Europa Cup gegen Slavia Prag und RSC Anderlecht durchgesetzt. Sparta trifft im Halbfinale des vor der Saison neu geschaffenen Bewerbes, des zweithöchsten in Europa nach der Champions League, nun auf Hammarby. Eintracht Frankfurt bekommt es mit BK Häcken ebenfalls mit einem Team aus Schweden zu tun.

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