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Rapid: Darum hält Bickel an Canadi fest

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Sportdirektor nimmt im Exklusiv-Interview zur aktuellen Lage Stellung.

Es ist die letzte Hoffnung für den SK Rapid, eine völlig verkorkste Saison doch noch zu retten. Mit dem ersten Cup-Erfolg seit 22 Jahren würde man die erste Europacup-lose Saison seit sechs Jahren abwenden, erstmals seit dem Meistertitel 2008 einen Titel nach Hütteldorf holen.

+++ Fan-Protest nach Remis: Damir Canadi droht das Rapid-Aus +++

Wie beim trostlosen Samstags-1:1 in der Liga gastiert man am Mittwoch (20:30 Uhr im oe24-LIVE-TICKER) im Viertelfinale erneut in St. Pölten. Es ist die Runde, in der für Grün-Weiß zuletzt zwei Mal in Serie Endstation war. Das letzte Halbfinale liegt bereits sechs Jahre zurück. Ausgerechnet im Cup muss der Turnaround gelingen.

Für Damir Canadi, der mit einem Schnitt von 0,80 Punkten pro Spiel der schlechteste Trainer der Rapid-Geschichte ist, wird es ein Schicksalsspiel - Siegen oder Fliegen? Denn: Scheitert man, dürfte auch der Geduldsfaden bei den Fans reißen. Dann wäre der Wiener nicht mehr tragbar.

Im ÖSTERREICH-Interview erklärt Sportdirektor Fredy Bickel, warum er vorerst noch an Canadi festhält:

ÖSTERREICH: Herr Bickel , Sie hatten eine Nacht, um darüber zu schlafen - wie ist Ihr Resümee vom 1:1 in St. Pölten am Tag danach?

Fredy Bickel: Natürlich hatte ich Zeit zum Nachdenken, aber das Resümee bleibt das Gleiche. Das Ergebnis ist leider sehr enttäuschend für uns.

ÖSTERREICH: Nach dem Spiel wurde die Mannschaft von den Fans weggeschickt - haben Sie Verständnis dafür?

Bickel: Es ist absolut nachvollziehbar. Ich finde, dass die Mannschaft unglaublich stark im Einstecken ist, aber unsere Anhänger ebenso. Den Frust verstehe ich absolut. Damit müssen wir jetzt leben, auch wenn solche Bilder nicht schön sind.

© GEPA
Canadi

(c) GEPA

ÖSTERREICH: Angesichts der Negativserie - wird Canadi im ÖFB-Cup auf der Bank sitzen?

Bickel: Ja. Man muss den Moment spüren, dass die Mannschaft nicht weiterkommt. Das Gefühl habe ich nicht, deswegen darf man nichts erzwingen und beschleunigen. Wir haben in der Länderspielpause viel gesprochen. Jeder im Verein weiß, in welcher Lage wir sind, dass wir da gemeinsam rauskommen müssen.

ÖSTERREICH: Haben Sie das Gefühl, dass das Team den Ernst der Lage erkannt hat?

Bickel: Absolut. Die Spieler fühlen sich am Schlechtesten von allen. Sie sind absolut gewillt, die Wende jetzt endlich herbeizuführen.

ÖSTERREICH: Hatten Sie in der Vorbereitung die Bedenken, dass so eine Situation eintreffen könnte?

Bickel: Nein, das habe ich nicht gedacht. Eigentlich hatte ich ein gutes Gefühl. Auch wenn ich wusste, dass es mit drei Trainern in kurzer Zeit ein wenig brauchen wird.

ÖSTERREICH: Mittwoch wartet im Cup St. Pölten - wie viel steht da auf dem Spiel?

Bickel: Ich denke, wir sollten nicht europäisch denken. Auch wenn wir gewinnen, ist es ein langer Weg. Ich sehe das Spiel eher als weitere Chance, die Negativspirale zu stoppen. Wir brauchen jetzt einfach unbedingt ein Erfolgserlebnis.

ÖSTERREICH: Wie werden Sie in den zwei Tagen vor dem Cup-Spiel vorgehen?

Bickel: Mit dem Trainer habe ich mich am Sonntag getroffen. Auch mit der Mannschaft werde ich das Gespräch suchen, insbesondere natürlich mit Kapitän Hofmann.

Philipp Scheichl

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