Mehrere Probleme
Bayern-Krach: Deshalb zweifelt Hoeneß an Eberl
24.05.2026
Beim FC Bayern München sollte eigentlich in der Führungsetage große Freude herrschen. Doch eine Aussage von Uli Hoeneß (74) sorgt beim Double-Sieger für viel Chaos. Er zweifelt am aktuellen Sportvorstand Max Eberl (52).
Eberls Zukunft beim FC Bayern wird derzeit hitzig diskutiert. In einem Interview mit dem "Spiegel" hat Hoeneß gesagt, dass aktuell die Chance auf "60 zu 40 für eine Verlängerung" stehen würde. Danach fügte er noch hinzu, dass er am Sportvorstand zweifeln würde. Doch was für ein Problem hat der Ehrenpräsident mit Eberl?
- So reagiert Max Eberl auf die Hoeneß-Zweifel
- Freche Gehalts-Forderung von Laimer: "Dann wird's noch teurer!"
- Bayern-Boss mit Transfer-Ansage zu Harry Kane
Eigentlich ist Eberl ein Hoeneß-Mann. Laut der "Bild" wollte der Bayern-Patron den Ex-Gladbach- und Leipzig-Manager schon als Sammer-Nachfolger im Jahr 2016 holen. Doch der damalige Vorstands-Chef Karl-Heinz Rummenigge (70) gab nicht seine Unterstützung.
Unzufrieden mit den Transferplänen
Immer wieder trafen sich Hoeneß und Eberl im Geheimen am Tegernsee. Am Ende setzte sich der Ehrenpräsident durch. Im März 2024 übernahm Eberl den Sportvorstand-Posten. Rummenigge gilt klubintern weiterhin als Eberl-Kritiker.
Zwei große Kritikpunkte haben die Bayern-Bosse an Eberl. Der Sportvorstand will die Transfers immer zu schnell abschließen, wodurch die Ablöse teuer bleibt. Im vergangenen Transfersommer wollte Eberl zu viele Zugänge verpflichten, darunter Namen wie Xavi Simons (23/damals Leipzig, nun Tottenham) oder Jamie Gittens (21/damals BVB, jetzt Chelsea). Beim Aufsichtsrat lösten die Spieler keine Begeisterung aus und Transfers wurden nicht abgesegnet.
Teure Verlängerungen
Zusätzlich wünschen die Verantwortlichen mehr Härte in den Verhandlungen bei Vertragsverlängerungen. Unter Eberl gingen sehr teure Verlängerungen, wie etwa Alexander Nübel (29), Jamal Musiala (23), Alphonso Davies (25), Dayot Upamecano (27) oder Joshua Kimmich (31), über die Bühne.
Zwischen Eberl und dem Aufsichtsrat ist das Vertrauensverhältnis nicht ganz groß, so das Gefühl der Führung. Der Sportvorstand soll zu wenig bei der Realisierung seiner Kaderpläne kommunizieren. Er meldete sich bei den Verantwortlichen erst, wenn der ganze Deal fast fertig ist. Beim FC Bayern muss das Kontrollgremium der Profi-AG alle Transferpakete von über 50 Millionen Euro absegnen, wobei Eberl schon dabei mal auflief.
"Max ist da ziemlich empfindlich"
Ebenfalls glaubt die Führung, dass der Sportvorstand die Streitkultur beim FC Bayern nicht aushalten würde. Er würde die Kritik zu persönlich nehmen. Hoeneß meinte schon im September 2025 im "Doppelpass": "So ein harter Job führt dazu, dass man Auseinandersetzungen und andere Meinungen hat. Karl-Heinz und ich haben uns gestritten wie die Besenbinder. Aber wenn die Tür hinter uns zuging, war das wieder okay. Max ist da ziemlich empfindlich."
Auch bei der Arbeitsauffassung herrscht Konflikt. Nach der Entlassung von Ex-CEO Oliver Kahn (56/bis Mai 2023 im Vorstand) beschwerte sich Hoeneß, dass er sich selten bei ihm gemeldet haben soll.
Im August fällt Zukunftsentscheidung
Ein ähnliches Problem soll mit Eberl bestehen. Der Sportvorstand lässt beim Spaziergang mit seiner Frau und seinem Hund am Sonntag sein Handy zu Hause. Hoeneß kann diese Einstellung nicht nachvollziehen.
Ebenfalls leben die beiden am Tegernsee, so die "Bild". Mit dem Auto sind es etwa zehn Minuten. Obwohl Eberl nicht lange fahren muss, sucht er kaum den persönlichen Kontakt mit Hoeneß.
Im August entscheidet der Aufsichtsrat über die Zukunft von Eberl. Sein Vertrag läuft 2027 aus. Darüber sagte der Sportvorstand nach dem Pokalsieg: "Dann muss der Aufsichtsrat eine Entscheidung treffen: Sind die Zweifel so groß, dass es weitergeht oder nicht? Dann hat der, an dem gezweifelt wird, die Möglichkeit zu sagen: Ich mache weiter oder nicht."