Einsatz von Superstar Ronaldo bleibt offen

Portugal vor Viertelfinal-Kracher gegen Wunderteam Marokko gewarnt

09.12.2022

Während Portugal vor dem Duell mit Sensations-Team Marokko gewarnt ist, dreht sich bei den Iberern alles um den zuletzt aussortierten Superstar Cristiano Ronaldo.

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Während sich Außenseiter Marokko an seiner historischen Chance berauscht, ist Portugals Fußballauswahl vor dem Viertelfinalduell am Samstag (ab 16 Uhr im Sport24-Liveticker) damit beschäftigt, die Wogen in der Causa Ronaldo zu glätten. "Es ist höchste Zeit, Ronaldo in Ruhe zu lassen", betonte Teamchef Fernando Santos am Freitag. An der Favoritenrolle der Portugiesen ändert das alles freilich nichts, auch wenn Santos klarstellte: "Es wird kein einfaches Spiel für Portugal."

Ob sein Superstar gegen Marokko wieder in die Startelf zurückkehren wird, ließ er offen. "Jeder Spieler, der nicht spielt, ist nicht glücklich. Wir Trainer müssen damit umgehen", sagte Santos, der wohl kaum an Goncalo Ramos, dem dreifachen Achtelfinal-Torschützen beim 6:1 gegen die Schweiz vorbeikommt. Der 37-jährige Ronaldo war gegen die Schweiz erstmals seit 2008 bei einem großen Turnier nicht in der Startelf gestanden. "Ich habe ihm meinen Standpunkt erklärt, er hat es akzeptiert", sagte Santos, der Berichte über eine Abreise-Drohung Ronaldos erneut zurückwies. "Er hat niemals gesagt, dass er das Team verlassen will. Es ist höchste Zeit, dass wir diese Polemik beenden."

Es sei höchste Zeit, Ronaldo in Ruhe zu lassen und anzuerkennen, was er "für Portugals Fußball getan" hat, forderte Santos. Er sehe es als absolut selbstverständlich an, einen Spieler in einem persönlichen Gespräch über dessen Reservisten-Rolle zu informieren, erklärte der Nationalcoach. "Er ist der Kapitän unserer Mannschaft, er hat dem portugiesischen Fußball, den Menschen, der Nationalmannschaft so viel gegeben." Auch als Ersatzspieler habe sich Ronaldo mustergültig verhalten: "Er hat sich mit den Teamkollegen aufgewärmt, er hat alle Tore gefeiert, er hat die Mannschaft animiert, sich bei den Fans zu bedanken."

Marokko will Erfolgsgeschichte weiterschreiben

Santos erwarte am Samstag einen "komplett anderen Gegner" als die Schweiz, sagte der 68-Jährige auf die Frage, ob er seine Startelf ändern werde. "Jeder Trainer stellt seine Mannschaft so auf, wie er es für richtig hält und passt die Strategie an den Gegner an. Genau das werde ich tun." Vor Marokko äußerte Portugals Europameister-Trainer 2016 großen Respekt. "Sie sind ein sehr gut organisiertes Team mit großem Potenzial", meinte er zum Gegner, der als erstes afrikanisches Team ins Halbfinale einer WM einziehen könnte. "Ihre Spieler spielen bei den besten Clubs der Welt, Chelsea, Paris Saint-Germain, Bayern München."

Marokko-Coach Walid Regragui wollte sich an den Diskussionen um Ronaldo nicht beteiligen. Sein Statement aber war klar: "Ich weiß nicht, ob Ronaldo gegen uns spielt, aber ich hoffe nicht. Er ist einer der Besten aller Zeiten, und ich wäre glücklich, wenn er gegen uns nicht spielt." So oder so sei es eine "Herausforderung gegen eines der besten Teams der Welt. Sie könnten bei diesem Turnier zwei oder drei Mannschaften von hoher Qualität stellen."

"Atlas-Löwen" mit großer Fan-Base

Für seine Truppe, die bisher nur ein Gegentor kassiert hat, geht es um einen echten Coup. "Wir haben schon Großes erreicht, aber wir möchten noch weiter", erklärte Regragui am Freitag. Das Achtelfinale war bisher das Höchste der Gefühle für Marokko gewesen, 1986 kam dort das Aus gegen Deutschland. Dass die Buchmacher Portugal als klaren Favoriten ausmachen, lässt Regragui offenbar kalt. "Wir haben bereits all die Datenanalysten widerlegt, was die Chancen gegen Belgien und Spanien betrifft", sagte der Franko-Marokkaner angesichts des Sieges über Belgien in der Gruppenphase und des Elfmeter-Achtelfinalkrimis gegen Spanien.

Regragui gestand aber auch eine gewisse Erschöpfung sowie kleinere Wehwehchen bei so manchem im Team ein. "Wir werden es nicht verheimlichen, wir sind müde", sagte der Mann, der erst vor drei Monaten Vahid Halilhodzic abgelöst hatte. "Wenn man aber so weit kommt, dann musst du dich auf jeden in der Mannschaft verlassen können. Wir suchen nicht nach Ausreden, wir sind hier auf einer Mission." Stützen können sich die "Atlas-Löwen" auch wieder auf lautstarke Unterstützung ihrer Fans - die sich inzwischen in ganz Afrika und der arabischen Welt finden. "Die Energie ist fantastisch. Die Leute identifizieren sich mit uns", sagte Regragui.

Technische Daten und mögliche Aufstellungen

Viertelfinale: Marokko - Portugal
Doha, Al Thumama Stadion

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Schiedsrichter: Facundo Tello (ARG)
Marokko: 1 Bounou - 2 Hakimi, 5 Aguerd, 6 Saiss, 3 Mazraoui - 4 Amrabat, 8 Ounahi, 15 Amallah - 7 Ziyech, 19 En-Nesyri, 17 Boufal
Ersatz: 12 El Kajoui, 22 Tagnaouti - 18 El Yamiq, 20 Dari, 24 Benoun, 25 Attiat-Allah, 10 Zaroury, 13 Chair, 14 Aboukhlal, 16 Abde, 23 El Khannouss, 26 Jabrane, 11 Sabiri, 9 Hamdallah, 21 Cheddira

Portugal: 22 Costa - 2 Dalot, 4 Dias, 3 Pepe, 5 Guerreiro - 18 Neves, 25 Otavio - 10 B. Silva, 8 Fernandes, 11 J. Felix - 26 Ramos
Ersatz: 1 Patricio, 12 Sá - 20 Cancelo, 24 António Silva, 6 Palhinha, 14 William, 15 Leao, 16 Vitinha, 17 Mario, 23 Nunes, 9 André Silva, 21 Horta, 7 Ronaldo
Es fehlen: 9 Mendes (Muskelverletzung), 13 Danilo (Rippenbrüche)

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