WM in Oberstdorf
Anzug-Wirbel hat Kraft vor Skiflug-WM wachgerüttelt
21.01.2026Vor Olympia in Italien geht's für die Adler am Wochenende um WM-Gold: Bei der Skiflug-WM in Oberstdorf steht vor allem Stefan Kraft im Fokus: Der Titelverteidiger kämpft um seine Form. Außerdem war Kraft beim letzten Springen in Sapporo wegen eines illegalen Sprunganzugs disqualifiziert worden.
Da kommen Oberstdorf und Krafts Lieblingsdisziplin Skifliegen gerade recht. Auf der Heini-Klopfer-Flugschanze hat Kraft vier seiner 46 Weltcup-Siege gefeiert. Außerdem ist der 32-jährige Salzburger nach seinem Kulm-Triumph 2024 als Titelverteidiger am Start.
Im Weltcup lief es für Kraft zuletzt aber nicht nach Wunsch - im Gegensatz zu Domen Prevc, der seit Monaten auf der Erfolgswelle schwebt. Der Weltrekord-Inhaber ist auch bei der Weitenjagd in Oberstdorf im Einzel und mit dem Team Goldanwärter Nummer 1.
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Widhölzl über Anzug-Wirbel: "Sollte nicht passieren"
"Beim Skifliegen sind die Slowenen immer die Topfavoriten, auch die Japaner sind sehr gut, und die Norweger darf man nicht unterschätzen, wir können aber auch gut fliegen. Es wird ein heißer Fight, wir möchten natürlich so viele Medaillen wie möglich machen", so ÖSV-Cheftrainer Andreas Widhölzl.
Die Disqualifikation von Stefan Kraft am letzten Wochenende in Sapporo (Beinlänge ergab bei Materialkontrolle eine Abweichung von 5 mm) sieht der Adler-Boss als Fingerzeig, in Zukunft besser aufzupassen: "Es kann passieren, sollte aber nicht passieren. Es ist uns eine Lehre gewesen ..." Auch die Slowenen haben in dieser Saison versucht, das Limit auszureizen: Prevc-Kollege Timi Zaijc war nach Disqualifikationen in Oberstdorf und Garmisch aus der Vierschanzen-Tournee genommen worden.
Freitag und Samstag geht's um WM-Gold
In Oberstdorf zählt Zaijc ebenfalls zu den Prevc-Jägern wie Kraft. Der Einzelbewerb wird am Freitag und Samstag in je zwei Durchgängen entschieden, zum Abschluss am Sonntag folgt der Teamwettkampf. Aufgrund der besonderen Anforderungen im Fliegen sind im Allgäu durchaus andere Gesichter als bei den jüngsten Weltcupspringen am Podium zu erwarten. Neben Kraft sollten für Österreich Jan Hörl, Daniel Tschofenig und Routinier Manuel Fettner weit vorne mitmischen können. Wenig Erfahrung und bisher noch keine Topresultate auf Flugschanzen hat Stephan Embacher zu Buche stehen.
Bei der WM 2024 auf dem Kulm gewann Kraft vor dem in dieser Saison völlig abgestürzten Deutschen Andreas Wellinger und dem Slowenen Timi Zajc. Im Team triumphierte Slowenien vor Österreich mit Kraft, Hörl, Fettner und dem mittlerweile nicht mehr aktiven Michael Hayböck, und Deutschland. Im vergangenen Winter war Prevc im Flugweltcup eine Klasse für sich und siegte unter anderem in Oberstdorf und beim Finale in Planica, wo er Kraft auch den Weltrekord (254,5 m) abnahm. Eine Flug-Einzelmedaille hat der Slowene aber noch nie gewonnen.
Im laufenden Winter ist die WM der erste Vergleich auf einem Flugbakken, von den Großschanzen war Prevc nicht nur bei der Vierschanzen-Tournee tonangebend und feierte bereits neun Siege, zuletzt in Sapporo im Doppelpack. "Es stört mich nicht, dass ich der Favorit bin und die Erwartungen hoch sind. Man wünscht sich natürlich, dass alles perfekt läuft. Aber es wird sich zeigen, wie es läuft, ich muss meinen Teil beitragen", sagte Prevc vor den ersten Trainings in Oberstdorf, wo er seit März 2022 mit 242,5 m Schanzenrekordhalter ist.