Nach Wahlschlappe
Berlusconi gibt sich nicht geschlagen
Berlusconi will mit seiner Partei einen Neuanfang versuchen.
Der italienische Regierungschef Silvio Berlusconi reagiert mit Humor auf die schwere Niederlage bei den Kommunalwahlen und auf den Verlust seiner bisherigen Hochburg Mailand. "Ich wollte das Datum meines Begräbnisses bekanntgeben, doch ich habe demnächst zu viele Termine, daher habe ich ihn verschoben", sagte der 74-jährige Berlusconi, der am Dienstag an einem italo-rumänischen Gipfeltreffen in Bukarest teilnahm. Der Premier führte ein telefonisches Gespräch mit seinem Bündnispartner Umberto Bossi und berief ein Treffen mit den Spitzenpolitikern seiner Koalition ein, um die Wahlergebnisse zu analysieren. Nicht ausgeschlossen wird, dass in seiner Partei einige Köpfe rollen.
Wahlkampf-Koordinator trat zurück
Berlusconi muss sich jetzt auch dringend um die Führung seiner Partei kümmern. Der Koordinator der PdL-Partei Sandro Bondi reichte nach der Niederlage seinen Rücktritt ein. "Berlusconi muss jetzt freie Hand bei jedem Beschluss haben, der die Zukunft der Partei betrifft", erklärte Bondi. Um die Neugründung der Partei soll sich jetzt der junge Justizminister Angelino Alfano kümmern, der zum neuen Vertrauensmann des Premiers aufgerückt ist.