Bagger-Einsatz

Rettungs-Krimi um gestrandeten Buckelwal

18.04.2026

Am Samstag befanden sich wieder Helfer in der Nähe des Wals.

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© APA/dpa/Bernd Wüstneck
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Wismar/Schwerin. Der Rettungsversuch des in der Ostsee gestrandeten Buckelwals zieht sich in die Länge. Seit drei Tagen laufen die Arbeiten einer privaten Initiative, die das Tier lebend zurück ins offene Meer transportieren möchte. "Es läuft eigentlich soweit ganz gut", sagte Mediamarkt-Gründer Walter Gunz, der die Aktion zusammen mit der Unternehmerin Karin Walter-Mommert finanziert, am Samstag. "Wir sind ja am Beginn des Prozesses."

Ursprünglich war jedoch für den Fall eines erfolgreichen Verlaufs des Rettungsplans für Freitag der Transport gen Nordsee geplant gewesen. Am Samstag befanden sich wieder Helfer in der Nähe des Wals. Eine schwimmende Arbeitsplattform näherte sich teils ein Stück dem Wal an, blieb aber noch auf einigem Abstand. Der Greifarm des Baggers bewegte sich. Am Nachmittag wurde eine Art großer Schlauch ins Wasser gelassen, Lärm war zu hören und Wasser wurde aufgewirbelt. Offenbar handelt es sich um probeweise Spülungen. Nach früheren Angaben soll im Bereich des Wals weggespült werden, um diesen dann mit Luftkissen anzuheben.

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Der beauftragte Tauchunternehmer Fred Babbel hatte bereits am Freitag angekündigt, dass Pumpen zu Wasser gelassen werden, um damit zu beginnen, zu spülen. Dies sollte demnach zunächst in etwas weiterer Entfernung erfolgen. Damit sollte laut Babbel die Reaktion des Tieres getestet werden. "Wenn das alles gut läuft, werden wir uns dann dichter nähern."

Team soll in Ruhe arbeiten

Details zum Fortschritt nannten die beiden Geldgeber am Samstag zunächst nicht - auch damit das Team in Ruhe arbeiten kann. Er könne nicht ständig vor Ort anrufen, das würde zu viel Unruhe in die Aktion bringen, so Gunz.

Walter-Mommert sagte der dpa: "Glauben Sie mir, wir müssen unserem Team im Moment den Rücken freihalten, damit die in Ruhe arbeiten können." Sie verwies auf nach ihrer Aussage aufwendige Abstimmungen mit den zuständigen Behörden. Das sorge intern für viel Arbeit. So müsse etwa das Aufbringen von Tüchern mit Zinksalbe gegen die Hautprobleme des Wals jeden Tag neu beantragt und genehmigt werden.

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Nach Aussage einer Sprecherin des Schweriner Umweltministeriums bemühen sich die Behörden um schnelle Abstimmungen. So habe etwa die von der Initiative aus Hawaii hinzugezogene Tierärztin Jenna Wallace zwar keine Berufserlaubnis in Deutschland. Dieses Problem habe man aber schnell gelöst. Sie habe eine vorübergehende Erlaubnis zur Ausübung des tierärztlichen Berufes erhalten. Dabei handle es sich um eine Sonderregelung für Tierärzte aus dem Ausland.

Plane soll unter Wal geführt werden

Geplant ist nach früheren Angaben der Initiative, dass unter den Wal eine zwischen Pontons - also schwimmenden Plattformen - befestigte Plane geführt wird. Damit soll er aus dem flachen Bereich geborgen werden und später Richtung Nordsee gebracht werden.

Die Pontons sollen dazu von einem Schlepper an einer langen Leine gezogen werden. Messungen des Umweltministeriums zufolge ist der Buckelwal 12,35 Meter lang, 3,20 Meter breit und 1,60 Meter hoch.

Wal am Samstag weitgehend regungslos

Nach Angaben der "Bild"-Zeitung wollten die Helfer erneut das Maul des Tieres kontrollieren und prüfen, ob dort noch Reste eines Netzes zu finden sind. Einem dpa-Fotografen zufolge waren die Helfer am Nachmittag am Maul des Tieres beschäftigt.

Im Gegensatz zu Freitag, als der Buckelwal nach der Annäherung eines Tauchers plötzlich mit starken Bewegungen reagiert hatte, blieb das Tier am Samstag weitgehend regungslos. Gelegentlich buckelte der Wal leicht. Zudem stieß er in regelmäßigen Abständen Wasserfontänen aus.

Etliche Fachleute: Heimreise des Wals unmöglich

Wissenschaftler, Fachleute von Behörden sowie Mitarbeiter von Nichtregierungsorganisationen waren sich nach umfassender Prüfung zuletzt einig, dass der Wal Ruhe brauche und weitere Eingriffe dem Tier massive Schäden zufügen würden. Der Buckelwal sei orientierungslos und so schwach und geschädigt, dass er die Heimreise nicht schaffen werde.